Tellingstedt – Pilgern ist spirituelles Wandern. Also ein festes Gehen, das sich weniger einem bestimmten Ziel zuordnet als der Öffnung für neue Erfahrungen. So geht es auch Pastor Rüdiger Burzeya im Wesentlichen darum, miteinander unterwegs zu sein, wenn er für Anfang Juni zum gemeinsamen Wandern oder Pilgern auf dem Lutherweg einlädt,

„Ich plane, dass wir am 6. Juni in Wittenberg starten“, so der Seelsorger. Der 6. Juni ist der Dienstag gleich nach Pfingsten, am Pfingstmontag könnte die Gruppe in der Friedenskirche Wrohm einen Pilgersegen empfangen und dann am nächsten Morgen sehr früh mit dem Zug zur ersten Etappe aufbrechen. Um die 20 Kilometer sollen pro Tag zurückgelegt werden. Rüdiger Burzeya hat vor, eine Woche unterwegs zu sein und in dieser Zeit die 150 Kilometer bis Eisleben zurückzulegen.

Rüdiger Burzeya ist ein erfahrener Wanderer: Jedes Jahr nimmt er sich eine Etappe vor, zuletzt ist er den Europäischen Fernwanderweg E1 gelaufen. Der ging von der Dithmarscher Bucht bis runter auf die Höhe von Mailand. Mehrere Jahre hat das Unternehmen gedauert – und genauso plant er das auch mit dem Lutherweg Wittenberg-Worms. Der ist insgesamt mehr als 1000 Kilometer lang. Ihn jedes Jahr ein Stück zu gehen, mal alleine, mal in Gemeinschaft, das hat er sich nun vorgenommen. Und er lädt Interessierte ein, sich ihm anzuschließen. „Ich bin selber ganz gespannt“, sagt er. Er kennt weder Weg noch Landschaft. Die Spuren Luthers zu entdecken ist dabei nur ein Aspekt, den Menschen in den immer noch „neuen“ Bundesländern zu begegnen ist ein anderer.

Bei dem Vorhaben will Burzeya aber nicht als Reiseveranstalter auftreten. Es gibt keinen Gepäcktransport und auch eine keine vorher vereinbarten, festen Buchungen. Jeder sorgt unterwegs für sich selbst und zahlt auch für sich selbst, morgens entscheidet die Gruppe, wo sie die Nacht verbringt. Morgen- und Abendsegen rahmen den Tag, aber unterwegs kann jeder sein eigenes Tempo gehen wie das beim Pilgern so üblich ist. Der Lutherweg ist gut ausgebaut. Zahlreiche Info-Points laden dazu ein, sich mit der Reformation zu beschäftigen, es gibt genug Übernachtungsmöglichkeiten und Versorgungspunkte unterwegs – erfahrene Wanderer wissen die gute Infrastruktur zu schätzen. Die Gruppe sollte nicht zu groß sein, sagt Rüdiger Burzeya, sonst wird es schwierig mit dem unkomplizierten Management. Funktionale Kleidung, festes Schuhwerk und ein gut gepackter Rucksack, der nur das allernötigste enthalten kann, sind Voraussetzung.

Ein erstes Infotreffen findet am Sonntag, 19. März, ab 11 Uhr direkt nach dem Gottesdienst in der St.-Martin-Kirche Tellingstedt statt. Weitere Info finden sich auf www.lutherweg.de