Brunsbüttel (emw). 1.300 Geschenkpäckchen, 375 Tüten mit selbstgebackenen Keksen und viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer: In der Seemannsmission in Brunsbüttel herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), war bei seinem traditionellen vorweihnachtlichen Besuch von Einrichtungen, in denen Menschen auch an den Feiertagen arbeiten müssen, in diesem Jahr in Brunsbüttel zu Gast in der Seemannsmission und im Lotsenhaus.

So wie die Seemannsmission die Seeleute in der Weihnachtszeit mit Geschenkpäckchen erfreut, kam auch Bischof Magaard nicht mit leeren Händen in das einladende Haus in der Kanalstraße. Er übergab einen Präsentkorb mit „lebenswichtigem“ Inhalt wie Kaffee, Tee, Schokolade und Keksen an Seemannsdiakon Leon Meier, seine Frau Anja und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die vor Ort waren. Dabei dankte er für die Umsorgung der vielen Seeleute unterschiedlichster Nationalität und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich so stark zu engagieren.

Neun Monate auf See, drei Monate zu Hause – das ist der normale Rhythmus im Leben der Seeleute. Das bedeutet auch: Getrennt sein von der Familie und viel Einsamkeit. „Früher“, erzählte der pensionierte Lotse Eberhard Henne, „waren auf vergleichbaren Schiffen meist dreimal so viele Seeleute an Bord. Wenn heute jemand von der Wache, also seiner Schicht, kommt, dann sieht er oft keinen Menschen: die einen sind am Arbeitsplatz, die anderen schlafen.“ Da sei es besonders wichtig, in den Häfen die Möglichkeit zu haben, Kontakt zu bekommen und vor allem mit der Familie zu kommunizieren. Denn auch das ist nicht immer vom Schiff aus möglich.

Eine kleine Powerbank – ein mobile Station zum Aufladen von Mobiltelefonen – Schokolade, einen Kalender für 2017 und eine Weihnachtskarte, liebevoll als Geschenk verpackt, haben alle Seeleute erhalten, die in den Häfen von Brunsbüttel, Glückstadt und Wewelsfleth in der Weihnachtszeit Station machen. „Da braucht es schon eine Menge Helferinnen und Helfer, um 1.300 Päckchen zu packen“, erläuterte Seemannsdiakon Leon Meier dem Bischof. Deshalb sei er froh, einen festen Stamm von Ehrenamtlichen zu haben, die ganz regelmäßig helfen, und viele weitere Ehrenamtliche, die zu besonderen Anlässen oder auf Zuruf den Diakon und seine Frau sowie die vier vom Bundesfreiwilligendienst (Bufdis) unterstützen. Am 24. Dezember wird Leon Meier alle Schiffe in den drei Häfen besuchen und den Seeleuten ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest wünschen.

Im Lotsenhaus mit Blick auf Nordostsee-Kanal und Elbe überraschte Bischof Gothart Magaard anschließend die Kanallotsen mit einem kurzen Besuch und einem Präsentkorb. Er zeigte sich beeindruckt von der vielfältigen, anspruchsvollen Arbeit und der umfangreichen Technik. Auch hier werden Menschen am Heiligen Abend und in der Silvesternacht Dienst tun. Dafür sprach Bischof Magaard ihnen stellvertretend für alle 142 Lotsen seinen Dank und seine Anerkennung aus. Und alle Seeleute, die am 24. Dezember und danach mit ihren Schiffen in den Kanal fahren, werden ebenfalls eines von insgesamt 600 Geschenken bekommen, die die Seemannsmission gepackt hat.