Heide – Ernste Gesichter im Heider Butendiek: Was getan werden musste, wurde getan – und niemand tat es gern: Am Sonntag wurde die Kapelle im Butendiek entwidmet, Bischof Gothart Magaard erklärte mit fester Stimme, dass dieser Raum nun nicht mehr dem Gottesdienst geweiht sei. Kirchengemeinderäte trugen die Osterkerze, die Altarbibel, die Taufschale und das Abendmahlsgerät hinaus. Kirchengemeinderatsvorsitzende Sonja Keck schloss als letzte die Tür.

Die Schließung stand schon lange im Raum: Bereits im Oktober 2015 fasste der Kirchengemeinderat den Beschluss zum Verkauf. Vorangegangen war der Entscheidung eine Studie der Fachhochschule Westküste, die belegte, dass Kirche in Heide eher mit der Mitte als mit den Außenbezirken verbunden werde. Im Butendiek wären umfassende Sanierungsarbeiten notwendig gewesen, um die immensen Unterhaltungskosten einzudämmen. Ein unabhängiger Gebäudegutachter hatte bestätigt, dass sich die Gemeinde, wenn sie für die Zukunft fit sein wolle, von Gebäuden trennen müsse.

Nichtsdestotrotz fiel der Abschied schwer. Ein letztes Mal trafen sich Menschen, die dem Butendiek verbunden waren, in der Kapelle zum Gottesdienst. Der Taufzweig erinnert daran, dass hier Kinder auf dem Weg ins Leben gesegnet wurden. Konfirmanden entschieden sich an diesem Altar für Christus, Brautpaare versprachen sich hier vor Gott und ihrer Gemeinde Liebe und Treue. Darüber hinaus wurde das Gemeindehaus ja von vielen Menschen mit Leben gefüllt: Im großen Saal wurde getanzt, das Kaminzimmer lud zu Begegnung und Klönschnack ein, Konfirmandenunterricht, Sprach- und Musikkurse, Yoga und nicht zuletzt der wunderschöne Gottesdienstraum unterm Dach – im Butendiek war so vieles möglich.

Die Kirchengemeinderäte brachten die sakralen Gegenstände in die Erlöserkirche, die in Zukunft Heimat für die Butendieker sein wird. Die Taufschale wird bald eine große Reise antreten und in der Partnerkirche auf Zanzibar Dienst tun. „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ – mit diesen Worten aus dem Epheserbrief begrüßte Pastor Dennis Pistol die Butendieker in ihrem neuen Zuhause. Im gemeinsamen Abendmahl bekräftigte die Kirchengemeinde ihre Gemeinschaft und ihr solidarisches Handeln.

Abschied vom Butendiek