Windbergen-Gudendorf

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Windbergen, Kirche zum Heiligen Kreuz. Die Kirche hat ihren Namen nach einem romanischen Christuskorpus, der ältesten Gelbguß-Christusfigur an Schleswig-Holsteins Westküste, die 1495 auf einem Acker am Ort der heutigen Kirche gefunden wurde. Heute steht sie, an einem barocken Holzkreuz befestigt, auf dem Altar, eine Kopie ist im Landesmuseum Schloß Gottorf in Schleswig zu sehen. Im ausgehenden Mittelalter war Windbergen Wallfahrtsort, nach Urkunden spätestens 1547 selbständige Kirche.
Heutiges Gebäude mit Tonnengewölbe aus 1742, Altar und Kanzel der Vorgängerkirche wurden dafür zu einem mächtigen Kanzelaltar kombiniert. Unter einer Holzverkleidung liegt der ursprüngliche Steinaltar von 1495, der über der Fundstelle des Christuskorpus einen Hohlraum aufweist.

Aus dem Ausstellungskatalog „Glauben, Nordelbiens Schätze 800-2000“:
Das älteste erhaltene Kruzifix im Bereich der nordelbischen Kirche, gefunden bei Windbergen, wurde am Ende des 15. Jahrhunderts zu einem Wallfahrtsziel.

Das Bronzekruzifix mit Resten von Vergoldung ist an einem neueren Holzkreuz mit älterem INRI-Schild, auf einem barocken Holzsockel mit dazu gehörigem Totenschädel angebracht. Der stark korrodierte, rückseitig geflächte und auf Vorderansicht berechnete Korpus ist von asketischer Gestalt und kaum bewegter Haltung, der Kopf bei geschlossenen Augen leicht geneigt. Die Haare sind beiderseits des Mittelscheitels in parallelen Strähnen geführt, die Arme weit, fast waagerecht ausgestreckt. Das blockhafte, vorn geknotete Lendentuch fällt in gefächerter Faltung fast bis auf die Knie. Die Beine sind kaum merklich geknickt, die Füße nebeneinander auf eine schräge Fußstütze gesetzt.

Dieses älteste erhaltene Kruzifix im Bereich der nordelbischen Kirche stammt nach Bloch aus dem 12. Jahrhundert und ist wohl niedersächsischer Herkunft. Vergleichbar ist ein Kruzifix im Kestner-Museum Hannover. Das Kreuz wurde um 1495 in einem Acker in Windbergen gefunden. Seine Verehrung führte zur ungenehmigten Gründung der Kapelle zum Heiligen Kreuz in Windbergen, wie aus einer Urkunde des Hamburger Domkapitels vom 7. 5. 1495 (Stein, S. 70 mit Abb.) hervorgeht.

Wohl infolge gewaltsamer Abnahme von einem älteren Kreuz sind die Hände des Gekreuzigten bis auf Reste verlorengegangen und der rechte Arm abgebrochen. Die heutige Montage geschah im 18. Jahrhundert, wie aus Stifternamen und der Jahreszahl am Sockel hervorgeht.
W. T.

Lit.: Haupt 1 (1887), S. 149. – KD Man. Kreis Süderdithmarschen. – KT (1969), S. 887f. – P. Bloch, Romanische Bronzekruzifixe, Berlin 1992 (Bronzegeräte des Mittelalters. Bd. 5), S 110, 113 unter dem Stichwort I J 6. – Dietrich Stein, Das Windberger Heilige Kreuz. In: Dithmarschen. Zeitschrift für Landeskunde und Landespflege. N. F., H. 3, Sept. 1995, S. 68–71.