Büsum – Mutig, aufrecht, kreativ – so könnte man Ina Brinkmann beschreiben, die dieser Tage ihren Dienst als Pastorin in der Kirchengemeinde Büsum aufgenommen hat. Sechs Jahre war sie Seelsorgerin für Meldorf, nun zieht es sie westwärts, und es zieht sie ans Meer. Am Sonntag, 9. April, wird sie in der St.-Clemens-Kirche feierlich in ihr neues Amt eingeführt.

 

„Hier gibt es eine gute Mischung zwischen Dithmarscher Bodenständigkeit und Menschen, die aus der ganzen Bundesrepublik hierher strömen“, begründet Ina Brinkmann ihre Entscheidung. Ihnen gerecht zu werden hat sie sich zur Aufgabe gemacht: Denen, die die Sehnsucht nach Sinn und Erholung nach Büsum treibt, will sie ein „Anlegesteg“ für ihr unruhiges Lebensschiff sein, und denen, die hier leben, will sie im Alltag und auf Augenhöhe begegnen, will lebensbegleitend taufen, trauen und trösten, da sein, wenn sie gebraucht wird. „Ich mag mit Menschen am Wachstuch in der Küche sitzen und ihnen im Alltag zeigen, dass da zwischen Himmel und Erde etwas Umfassendes , das sie trägt.“

 

Ina Brinkmann liebt es, auf Menschen zuzugehen, sie scheut dabei auch unkonventionelle Wege nicht. Sie ist ein Mensch mit Ausstrahlung, aber auch mit Willenskraft. Und diese Kraft gilt, so erklärt sie, zuallererst der Sache: Menschen für die Sache des Evangeliums zu begeistern ist ihr Amt, es ist ihr Beruf und ihre Berufung. So zeigt sie sich öffentlich und klar erkennbar als Pastorin, als Vertreterin der Kirche. Man kann sich an ihr reiben – aber Reibung erzeugt Wärme. „Die Gemeinde kann mit mir rechnen“, sagt sie lachend, „aber sie darf auch mit mir rechnen!“ Aber dann wird sie auch gleich wieder ernst. Seelsorge ist für sie dann gut, wenn sie hilft, mit dem Unerwarteten zurecht zu kommen. Eine sich verändernde Lebenssituation, der Verlust der Arbeit, wenn der Ehepartner wegläuft, eine schlimme Diagnose – dann möchte sie jemand sein, der Hoffnung gibt. Und sie möchte der Scham entgegentreten. „Ich möchte, dass Menschen aufhören, sich zu schämen für das, was sie nicht sind“, sagt sie.

 

Für die Kirchengemeinde ist Ina Brinkmann mit 75 Prozent zuständig. Damit tritt der Pfarrstellenplan für Büsum in Kraft, den die Synode des Kirchenkreises 2011 beschlossen hat. Mit den übrigen 25 Prozent tut sie Dienst für das Kirchenkreis-Projekt Einladende Kirche, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Kirchen in Dithmarschen offener und einladender für Gäste aus nah und fern zu gestalten.

 

Im Gottesdienst am Sonntag begleiten der Kirchengemeinderat unter dem Vorsitz von Bodo Schröder und Pastorin Bärbel Wiebicke die Theologin in die St.-Clemens-Kirche hinein. Um 9.30 Uhr beginnt die Feier, Propst Dr. Andreas Crystall nimmt die Verpflichtung vor und bittet die Gemeinde, den Dienst ihrer Seelsorgerin zu achten mit ihr zusammenzuarbeiten.

„Ich mag den klaren Blick der Menschen hier, den festen Händedruck, den deutlichen Ton“, so Ina Brinkmann, und sie freut sich darauf, viele von ihnen beim anschließenden Kirchcafé im Gemeindehaus persönlich kennenzulernen.