Grünes Licht für das Kita-Werk

Seit einem Jahr beschäftigt sich die Synode des Kirchenkreises Dithmarschen mit der Einrichtung eines Kindertagesstätten-werkes. Nachdem in der März-Synode bereits über die Rahmenbedingungen (Satzungsentwurf und Finanzierungskon-zept) entschieden wurde, folgte ein intensiver Beteiligungsprozess der Kirchengemeinden. Auf ihrer aktuellen Tagung am Freitag in Büsum beschlossen die 69 Synodale nun mit großer Mehrheit die Gründung des Kita-Werkes.

„Ich bin sehr froh, dass die Synode den Vorschlägen des Kirchenkreisvorstandes und des zuständigen Ausschusses gefolgt ist. Nach der Fusion der Kirchenkreise ist die Gründung eines Kita-Werkes Dithmarschen ein weiterer wichtiger Schritt, um Arbeit zukünftig effizienter zu gestalten und Aufgaben zu bündeln“, so der Vorsitzende der Synode, Christian Mende, nach dem Beschluss. „Dem Ausschuss mit Pastorin Katja Hose an der Spitze gebührt hier großer Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Es liegt jetzt in der Hand der Trägergemeinden, dieses Entlastungsangebot zu nutzen.“

Hintergrund dieser Konzepte ist der Gedanke, dass „weiterhin die Kinder in unseren Gemeinden mit Gott groß werden“ sollen, so Peter Fenten, Stellvertretender Propst und Beauftragter für Kindertagesstätten in einem Schreiben an die Amtsvorsteher und Bürgermeister. Gleichzeitig sei dem Kirchenkreis daran gelegen, ein verlässlicher Partner für die kommunale Seite zu bleiben, so der Pastor. Das gelte insbesondere für die Professionalität und Qualität der Trägerschaft. Denn die Aufgaben würden für die Trägervertreter – bislang die GemeindepastorInnen oder Kirchenvorstandsvorsitzenden – immer komplexer und stellten eine immer größere Herausforderung und zeitliche Belastung für die Verantwortlichen dar.

Die Kosten für das Kita-Werk, so sieht es das Finanzierungskonzept vor, werden mittelfristig – etwa für die ersten fünf Jahre – vom Kirchenkreis getragen. „Wir gehen davon aus, dass mit einer Kita-Werk-Struktur der gesetzliche Bildungsauftrag sowie die Erfordernisse für ein effizientes Qualitätsmanagement im Kita-Bereich nachhaltiger zu bedienen sein werden“, so Propst Dr. Andreas Crystall, Vorsitzender des Kirchenkreisvorstandes. Außerdem hoffe man, dass sich im Zuge der Verschlankung der Leitungsstruktur und der Vereinheitlichung der Verwaltungsvorgänge ein „sekundärer Einspareffekt“ ergeben werde.

Geleitet wird das Kita-Werk von der Geschäftsführung – das soll eine pädagogische Fachkraft mit betriebswirtschaftlicher Zusatzausbildung sein. Ein Kita-Werks-Konvent wird gebildet, der sich mindestens einmal im Jahr trifft und die Gesamtausrichtung des Werks erörtert. Der Beitritt zum Kita-Werk wird freiwillig sein. Jede Kirchengemeinde entscheidet selbst, ob sie die Trägerschaft ihrer Kindertagesstätten an das Werk überleitet und damit die Fach- und Dienstaufsicht delegiert. 20 Kita stehen bereits in den Startlöchern. Bis zum 15. September können nun die verbleibenden Trägergemeinden verbindlich erklären, dem Kita-Werk mit Wirkung vom
1. August 2012 beizutreten. Für die Mitarbeitenden gilt Besitzstandswahrung. Auch die örtlichen Kita-Beiräte und Ausschüsse bleiben als Mitbestimmungsorgane von Eltern und Kommunen bestehen. Ihr Ansprechpartner wird dann jedoch die Geschäftsführung sein.

Info: Im Kirchenkreis Dithmarschen sind 36 Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. Mehr als 2000 Kinder werden hier von qualifiziertem Fachpersonal betreut und religionspädagogisch begleitet. Zu den Trägeraufgaben gehören Mitarbeiterfüh-rung, Einstellungen und Verabschiedungen, Personalplanung, Geschäftsführung, Aufstellung eines Finanzierungsplans, Ver-handlungen mit den Kommunen, Teilnahme an und Leitung von Beiräten und Ausschüssen, Fürsorge für Gebäude und In-ventar sowie eingehende Kenntnis der Gesetzestexte.