Konzept zum Klimaschutz im Kirchenkreis

Dithmarschen – Der Kirchenkreis Dithmarschen lässt sich nicht beirren, wenn es um den Klimaschutz geht: Da geht es auf der einen Seite um Energieeinsparung, die auf lange Sicht Kosten senkt – da geht es auf der anderen Seite um die Reduzierung der CO2-Emissionen, die von globaler Bedeutung ist. Fix im Kirchenkreis unterwegs für diese Sache ist Robert Rattay vom Umwelt-, Energie-, Land- und Pachtausschuß des Kirchenkreises. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur weiß nicht nur, wovon er spricht. Er weiß auch, wie es geht.

„Ich war immer schon knickerig“, sagt er und lacht. „Es gibt so viele technische Möglichkeiten, ohne Komfort-Verlust Geld und zugleich CO2-Emissionen zu sparen. Das reizt mich einfach.“ Oft bewirkt es schon viel, wenn die vorhandene Technik genutzt und die Raumtemperatur abgesenkt wird, wenn sich niemand in ihm aufhält. In einem weiteren Schritt ist häufig die Erneuerung der Heizungsanlage sinvoll, das kostet gar nicht die Welt, ist relativ schnell gemacht und trägt viel zu einem vernünftigen Umgang mit den Resourcen bei. Dämm-Maßnahmen sind ein weiterer Schritt, den CO2-Ausstoß auf lange Sicht zu reduzieren. Aber zuallererst, und das ist Rattays Steckenpferd, müssen die Menschen vor Ort für das Thema sensibilisiert werden. Rattay berät Küster, Pastoren und Mitarbeitende im bewussten und sinnvollen Umgang mit Heizenergie und Strom. Da ist noch viel Energie-Einsparpotential, weiß der Dithmarscher. Seit einigen Jahren betreibt der Kirchenkreis außerdem ein Energie-Controlling – auch hier ist Robert Rattay einer der Initiatoren : Es geht darum, die Gebäude und ihren jeweiligen Verbrauch kennenzulernen und besser zu verstehen und auch den Kirchengemeinden einen Überblick ihrer Energieverbräuche zu ermöglichen.

Aber damit nicht genug: Der Kirchenkreis beteiligt sich auch am „Klimaschutz-Teilkonzept“ des Bundes. Dabei geht es um die energetische Sanierung der kirchlichen Gebäude wie Kindergärten, Gemeindehäuser oder Pastorate. Ein Großteil der Gemeinden beteiligt sich daran, sie erhalten am Ende der Untersuchung einen Leitfaden, den ein Meldorfer Ingenieurbüro erstellt. Hier können sie nachlesen, welche Verbesserungen möglich und lohnend sind, welche Kosten für die einzelne Maßnahme entstehen würden und in welchem Zeitraum die Investition sich amortisieren würde. Ingesamt 61 Immobilien werden in den Blick genommen. Das Ganze kostet insgesamt rund 65000 Euro, aber der Bund übernimmt die Hälfte davon, weitere 40 Prozent zahlt der Kirchenkreis. Für nur etwa 100 Euro pro Gebäude erhalten die Gemeinden wertvolle Tipps.

Robert Rattay ist guter Dinge, dass im Kirchenkreis das Ziel der nordelbischen Klimakampagne erreicht werden kann: Bis 2015 will er die CO2-Emissionen um 25 Prozent gesenkt haben. Allein die Umstellung auf Ökostrom, die inzwischen von fast allen Gemeinden vollzogen wurde, bringt ihn seinem Ziel schon deutlich näher. Und das ist so ein Ding, das so recht nach Rattays Geschmack ist: Durch den Sammeleinkauf wird der Ökostrom günstiger als herkömmlicher. Gutes tun, Geld sparen, Klima schützen – und das alles, ohne auf irgendetwas zu verzichten.