Delve: Geld für Denkmal von nationaler Bedeutung

Delve: Geld für Denkmal von nationaler Bedeutung


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Veröffentlicht von Frank Zabel am Freitag, 6. Dezember 2019, 15:15 Uhr

Delve – Im kommenden Jahr können die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der St. Marien-Kirche in Delve beginnen: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow hat heute (6. Dezember) einen Förderbescheid aus Bundesmitteln über 250.000 Euro an die Kirchengemeinde übergeben. Zusammen mit Mitteln des Kirchenkreises Dithmarschen können nun mehr als 500.000 Euro in Dach, Mauerwerk und Elektrik investiert werden. Erst im Herbst waren die Arbeiten am hölzernen Glockenturm beendet worden.

Die St. Marien-Kirche ist eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Nach aktuellen Untersuchungen ist davon auszugehen, dass sie vor dem Jahr 1250 erbaut wurde. Der bereits sanierte freistehende Glockenturm ist nur etwa 100 Jahre jünger. Er gilt als zweitältester hölzerner Glockenturm auf dem europäischen Festland. Aus dieser Zeit stammt auch die Bronzetaufe im Kirchgebäude.

Die Fördermittel stammen aus einem Topf der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Damerow: „Derlei Sondermittel sind sehr umkämpft. Sie werden nur bewilligt, wenn es um ein Denkmal von nationaler Bedeutung geht. Ich freue mich sehr, dass das geklappt hat, denn mein Herz schlägt für alte Kirchen und kleine Gemeinden.“ Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall sieht darin eine „gutes Signal für die Westküste insgesamt“. Die Delver Marienkirche sei zweifellos ein besonderes Kulturgut, ihr Erhalt zugleich eine große Aufgabe, der sich der Kirchengemeinderat tapfer gestellt habe.

Dessen Vorsitzender, Pastor Jörg Denke, kann viele Geschichten erzählen über das alte Bauwerk – so über die Entstehung vor fast 800 Jahren. Die Menschen in der Region seien sich seinerzeit nicht einig gewesen über den Standort einer zu erbauenden Kirche. Und so sollen sie einem Pferd ein Marienbildnis auf den Rücken gebunden und beschlossen haben, das Gotteshaus dort zu errichten, wo das Pferd am nächsten Tag grasen würde. „Um diese Kirche ranken sich viele solcher Geschichten“, so Denke, der sich bei der Bundestagsabgeordneten für ihr großes Engagement bedankte.

Dr. Heiko Seidel (Kirchenkreis Dithmarschen): „Nachdem wir in diesem Herbst mit der Turmsanierung den ersten Bauabschnitt abschließen konnten, können nun die weiteren Arbeiten beginnen.“ Gerhard Hinrichs, Architekt aus Tönning, wird nun die Ausschreibungen auf den Weg bringen. Er geht davon aus, dass die ersten Arbeiten im Sommer 2020 starten können und dann etwa ein Jahr lang dauern werden.