Neue Impulse durch junge Pastorinnen

Neue Impulse durch junge Pastorinnen


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Veröffentlicht von Jan-Ole Claussen am Mittwoch, 2. September 2020, 09:43 Uhr

Dithmarschen – Sie haben in Dithmarschen ihre praktische Ausbildung absolviert und treten hier auch ihre ersten Pfarrstellen an: Mit Brit Borghardt (Foto links) und Jana Laubert-Peters haben die Kirchengemeinden Nordhastedt und Meldorf jetzt zwei junge Pastorinnen in ihren Pfarrteams. Und mit ihnen eine ganze Reihe neuer Ideen und Impulse. 

Die in Hademarschen aufgewachsene Laubert-Peters lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern jetzt seit knapp knapp Wochen in Meldorf. Ihr Vikariat hatte sie in Heide absolviert. Täglich erkundet sie die Umgebung mit dem Fahrrad, sucht das Gespräch. Und ist begeistert von den vielen Seiten der Kirchengemeinde: „Sie ist insgesamt ländlich, grenzt an die Nordsee, hat aber eine Stadt im Zentrum.“ 

Die 31-Jährige kennt Dithmarschen seit ihrer Kindheit, hat ihre Abiturprüfung am Heider Werner-Heisenberg-Gymnasium abgelegt. Anschließend studierte sie Latein und Religion in Kiel, sattelte nach einem Jahr auf Theologie um, wollte sich mehr mit Gott und Fragen nach dem Sinn des Lebens beschäftigen. Nach ihrer Zwischenprüfung verbrachte sie ein Auslandssemester in Uppsala – dort wurde schließlich auch der Wunsch nach ihrem heutigen Beruf geweckt: In Schweden lernte sie eine Pastorin kennen, die sehr engagiert diakonisch arbeitete. Es folgte ein Praktikum in der Kirchengemeinde Kiel-Gaarden, die auch gemeinsam mit der Tafel und der Stadtmission eine Sozialkirche aufgebaut hat – eine prägende Erfahrung, fortan hat die Theologin neben ihrem Studium in der Suchtprävention gearbeitet.  

Nach dem ersten theologischen Examen war Jana Laubert-Peters als theologische Referentin im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein tätig, 2018 begann dann das Vikariat in Heide. „Dort habe ich viel gelernt. Heide ist eine große Stadtgemeinde mit vielen spannenden Entwicklungen, beispielsweise der ‚Neuen Mitte Dithmarschens‘.“ In Meldorf kann sie entsprechende Erfahrungen einbringen, von der sozialen Arbeit bis hin zur Gestaltung vielfältiger Gottesdienste und der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. Und so ganz nebenbei gehört Laubert-Peters zu den jungen Pastorinnen, die ganz selbstverständlich mit sozialen Medien umgehen. Als „Küstenpastorin“ (@kuestenpastorin) ist sie beispielsweise bei Instagram unterwegs. Der Vorstellungsgottesdienst für Jana Laubert-Peters wird am kommenden Sonntag ab 10 Uhr im Dom gefeiert. Wer daran teilnehmen möchte, muss sich vorher im Kirchenbüro (04832 / 6740) anmelden.  

Brit Borghardt wurde in ihrer neuen Kirchengemeinde Nordhastedt hingegen bereits vor einigen Wochen begrüßt. Dort hat sich die 32jährige auch schon gut eingelebt, wenngleich Corona den Start etwas schwieriger gemacht hat: „Es lässt sich gut an hier in Nordhastedt“, sagt die gebürtige Kielerin, „aber es würde das Kennenlernen der Menschen erleichtern, wenn nicht unsere Gruppen coronabedingt ausfallen würden.“ So, wie zuvor in ihrer Vikariatsstelle in der Kirchengemeinde Tellingstedt, mag sie den überschaubaren Charakter der Gemeinde: „Man kennt sich, grüßt sich, achtet aufeinander – das gefällt mir.“  

So fiel ihr, die in Kiel ihre Kindheit verbracht, ihr Abitur bestanden, ihr Studium absolviert und während des Studiums als Helferin bei einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet hat, der Weggang aus der Landeshauptstadt nicht schwer: „Als ich mein Vikariat in Tellingstedt begonnen habe, war das für mich der Start in eine zweieinhalbjährige Testphase, ob mir das Leben auf dem Dorf und in Dithmarschen liegt – und ich kann heute voller Überzeugung sagen: Ja, das ist meins, Westküste ist cool!“ Sie mag es, in der Gemeinde mit den Menschen zu arbeiten und für sie da zu sein, und die Strukturen ermöglichen Freiräume und kreatives Arbeiten.  

Corona hat ihre Arbeit in den vergangenen Monaten geprägt, und wird es sicher weiter tun: „Wir überlegen und planen, wie zum Beispiel das Erntedankfest gestaltet werden kann – und Weihnachten. Wie genau die Situation Ende Dezember aussehen wird, können wir alle jetzt natürlich noch nicht sagen, aber ich denke schon, dass Weihnachten in diesem Jahr anders sein wird, als wir alle es kennen und lieben.“ Man werde Heiligabend sicher anders feiern als bisher, „aber wenn wir den Menschen gute Angebote machen können, auch für Zuhause, dann sind sie sicher bereit, sich darauf einzulassen“, sagt Brit Borghardt. Die Menschen hätten in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie bereit und in der Lage seien, sich auf neue Rahmenbedingungen einzustellen, „und da wollen wir als Kirche ihnen zur Seite stehen“.  

Im Kirchenkreis schätzt sie neben den Vorteilen kleiner Gemeinden, „dass hier viele liebe Menschen in meiner Nähe sind, dass es Hilfestellungen und Unterstützung gibt, wofür ich sehr dankbar bin – und dass man, im Gegensatz zur Stadt, den Sternenhimmel sehen kann“.  

Text und Fotos: Zabel / Claussen