Heide – Dithmarschens Kirchenparlament hat heute (8. September) in Heide die Vertreter für die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) gewählt. Ab November werden vier Gemeindesynodale, zwei Pastorenvertreter und ein Mitarbeiter Mitglieder der neuen Landessynode sein: Sven Brandt (Nordhastedt), Friederike Kruse (Helse), Volkmar Schadwinkel (Büsum) und Telse Vogt (Brunsbüttel) wurden ebenso gewählt wie Pastorin Luise Jarck‐Albers (Heide) und Propst Dr. Andreas Crystall (Meldorf) sowie der Mitarbeiter Frank Zabel aus Wesselburen. Stellvertreterinnen und Stellvertreter sind bei den Gemeindesynodalen Karen Meyenburg (Wesselburen), bei den Pastorinnen und Pastoren Astrid Buchin (Heide) und Thomas Baum (Meldorf), bei den Mitarbeitenden Torge Tietje aus Heide und David Göttsche aus Burg. Der Landessynode gehören insgesamt 156 Mitglieder aus dem gesamten Bereich der Nordkirche an. Sie gehört zur Leitungsebene der Nordkirche, ebenso wie die Kirchenleitung und der Landesbischof.

Zuvor hatte Propst Dr. Andreas Crystall an „die vielleicht wichtigste Synode unserer Evangelischen Kirche“ erinnert:  die Barmer Synode 1934. Bei den Kirchenwahlen 1933 hatten sich die so genannten „Deutschen Christen“, eine nationalsozialistisch unterwanderte Kirchenpartei, etabliert. „Auf der Bekenntnis-Synode von Barmen stellte man sich mutig dem braunen Ungeist entgegen, wehrte sich gegen jeglichen Machtanspruch der NS-Ideologie, und es konstituierte sich die Bekennende Kirche“ so Crystall. „Dieser Tradition, der aus dem Glauben erwachsenen Abwehr jeglichen Rassismus‘, sind wir bis heute verpflichtet.“ Er sei „stolz auf unsere von vielen im Land als vorbildlich beschriebene und so engagierte Flüchtlingsarbeit, gerade in diesen Zeiten. Statt Hass und Ausgrenzung Raum zu geben, haben wir gemeinsam mit Kreis und Kommunen und der Zivilgesellschaft eine ganze Menge an Integration geschafft. Wir haben so viele gute Beispiele gelingenden Zusammenlebens und Hineinwachsens in unsere Gesellschaft erlebt, über die mir viel zu wenig berichtet wird; die öffentliche Aufmerksamkeit unserer Tage gilt leider den grölenden Falschen, den Lauten, den Provozierenden und den Ausgrenzenden, und nicht denen mit den konstruktiven seelischen Kräften.“

In diesem Zusammenhang stellte der Propst die neue Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises vor. Meike Röckendorf (45) wurde jüngst auf die vakante Stelle berufen und ist seit Wochenbeginn im Dienst. Die Kielerin hat in den vergangenen zehn Jahren als Fachberaterin für Kindertagesstätten gearbeitet, davon die meiste Zeit im Kirchenkreis Dithmarschen. „Sie wird sich schwerpunktmäßig der dringend fortzuführenden Integrationsaufgaben insbesondere der Kinder und Familien mit Fluchterfahrungen in unseren 39 evangelischen Kindertagesstätten widmen“, berichtete Crystall. „Denn dort sind die Kinder längst angekommen. Eine möglichst frühe und gut begleitete Integration ist sinnvoll.“

Auf der Tagesordnung der Kirchenkreissynode stand auch das bevorstehende Jubiläum der Urlauberseelsorge. Im Jahr 1969 hatte der damalige Kirchenkreis Norderdithmarschen erstmals eine Planstelle für die Kurseelsorge (seit 2009 Urlauberseelsorge) mit Sitz in Büsum eingerichtet. Heute leistet sie neben Büsum auch auf Helgoland kirchliche Urlauberarbeit. Im kommenden Jahr soll das 50-jährige Bestehen groß gefeiert werden – die Kirchenkreis-Synode hat einen entsprechenden Arbeitsausschuss ins Leben gerufen. Ihm gehören an: Die Büsumer Reinhard Möller, Sven Fehrenschild und Pastorin Catharina Klein, Ute Uhlig (Helgoland), Pastorin Astrid Buchin (Heide), Ulrich Schmidt (Nordkirche), sowie beratend Angelika Michelly, Jochen Papke und Frank Zabel.

 

Im Bild:

Die gewählten Landessynodalen und ihre Vertreterinnen und Vertreter (von links): Astrid Buchin, Frank Zabel, Luise Jarck‐Albers, Dr. Andreas Crystall, Karen Meyenburg, Volkmar Schadwinkel, Friederike Kruse, Torge Tietje, Telse Vogt und Sven Brandt. Es fehlen: Thomas Baum und David Göttsche. Foto: Schacht / Kirchenkreis Dithmarschen