Heide – Mit der Übergabe des Förderbescheides haben es die Verantwortlichen der Kirchengemeinde Heide und des Kirchenkreises Dithmarschen nun Schwarz auf Weiß: Die schleswig-holsteinische Landesregierung unterstützt Sanierung und Erweiterung der St. Jürgen-Kirche und des Alten Pastorats am Heider Marktplatz mit EU-Mitteln in Höhe von 2,16 Millionen Euro. Den Bescheid für das Projekt „Neue Mitte Dithmarschen“ hat Staatssekretär Dirk Schrödter heute (5. April) dem Heider Kirchengemeinderatsvorsitzenden Pastor Dennis Pistol überreicht. In der St. Jürgen-Kirche informierte sich der Chef der Staatskanzlei über die Pläne und die anstehenden Arbeiten.

Die „Neue Mitte Dithmarschen“ sieht die Erweiterung und Profilierung der Nutzung der Heider St. Jürgen-Kirche und des Alten Pastorats vor. Vorgesehen sind neue Funktionalitäten als kulturelles Zentrum der Dithmarscher Kreisstadt, um die Kirche als modernen Veranstaltungsort zu etablieren – mit einem multifunktionalen Raumkonzept mit mobilem Raumteiler und neu geschaffenen Sanitärräumen sowie Technik- und Lagerräumen. Dabei ist eine größtmögliche barrierefreie Nutzung der St. Jürgen-Kirche vorgesehen, außerdem eine ressourcenschonende energetische Bewirtschaftung. Aufgrund der neu gewonnenen Funktionalität werden in der St. Jürgen-Kirche mehr Sitzplätze angeboten werden können. Sie wird künftig gleichermaßen sakrales Gebäude und kulturelles Zentrum der Kreisstadt sein können. Das Alte Pastorat soll im Rahmen der Gesamtmaßnahme ebenfalls modernisiert, barrierefrei umgebaut und energetisch saniert werden. Gemeinsam bilden die St. Jürgen-Kirche und das historische Alte Pastorat als Ensemble die „Neue Mitte Dithmarschen“. Das Gesamtvolumen „Neue Mitte Dithmarschen“ liegt bei rund vier Millionen Euro, darunter auch Mittel des Kirchenkreises.

„Es war ein langer Weg bis zu diesem besonderen Tag“, sagte Pastor Dennis Pistol heute in Heide. Viele Menschen seien an dem Projekt beteiligt, mit dem die Kirchengemeinde auch den Anspruch verbinde, einen guten Anschluss an die gesellschaftlichen Entwicklungen zu gewährleisten. Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall ergänzte: „Die ‚Neue Mitte Dithmarschen‘ ist Kirche für die Stadt und für das Gemeinwesen in Heide sehr sinnvoll. Die politische Unterstützung dafür ist ein Segen.“ Bewilligt wurden von der Landesregierung EU-Mittel zum Erhalt des kulturellen Erbes aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. „Kirchen sind mehr als nur Gebäude. Sie sind für den Zusammenhalt der Gesellschaft immer von großer Bedeutung. Wir wollen unser kulturelles Erbe erhalten und deshalb unterstützen wir dieses Projekt gern.“ Mit dem Umbau könne sich die St. Jürgen Kirche zur Kulturkirche entwickeln – mit Konzerten, Lesungen oder Theateraufführungen. „Die Förderung ist aber auch ein klares Bekenntnis zur Westküste, zur Region Heide und zur Zukunft im ländlichen Raum“, so Schrödter.

Die EU-Mittel stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Ziel der Förderkulisse ist es, in Dörfern und Gemeinden die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu fördern, eine ausgewogene räumliche Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und der ländlichen Gemeinschaft sicher zu stellen und die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und des Klimaschutzes zu gewährleisten. Für das schleswig-holsteinische Landesprogramm für den ländlichen Raum (LPLR) stehen im Förderzeitraum 2014-2020 insgesamt etwa 620 Millionen Euro zur Verfügung. Davon ca. 420 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER), die durch rund 200 Millionen Euro nationale Mittel kofinanziert werden.