Ganz nah und doch weit weg

Ganz nah und doch weit weg


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Veröffentlicht von Jan-Ole Claussen am Samstag, 19. November 2016, 14:07 Uhr

Marne/Brunsbüttel – Es ist ein kleiner Schritt für einen Pastor, aber ein großer für die Gemeinden: Arnd Lempelius wechselt zum 1. Dezember von Marne nach Brunsbüttel. Das sind gerade mal knapp 14 Kilometer – und trotzdem wird dieser Schritt vieles verändern. Die Kirchengemeinde Marne verliert einen bewährten und engagierten Seelsorger, gewachsene Beziehungen können nicht in gleicher Form weitergeführt werden. Die Gemeindeglieder müssen Arnd Lempelius ziehen lassen, obwohl er zum Greifen nah scheint. Denn in Brunsbüttel wird er gebraucht, er muss nun Gemeinde am Kanal bauen und wird dort neue Wurzeln schlagen.

Achteinhalb Jahre war Lempelius Pastor in Marne. Nach vielen unruhigen Jahren fand der heute 52-Jährige hier ein Zuhause. „Die Maria Magdalenen Kirche hat es mir sofort angetan“, sagt er. Nach dem Vikariat in Altenkrempe hatte er verschiedene Projektstellen und Dienstaufträge inne, die Wechsel hätten seinen Horizont geweitet, aber sein Ziel sei immer eine feste Gemeindestelle gewesen, sagt er. Es ist die Vielfalt der Aufgaben, die ihn lockt. „Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf.“

Wie ein roter Faden zog sich die Jugendarbeit durch seinen Berufsweg, und in der Begleitung von Tierra Sagrada in Marne fand sie gleichsam Erfüllung: Arnd Lempelius begleitete die Freizeiten der Gruppe, er unterstützte und beriet die Jugendlichen, die sich im Wesentlichen selbst verwalten. Er war bei den Konzerten zugegen, immer ansprechbar für Probleme. Mit großer Liebe hat er diese Arbeit getan, und sie verlässt er nur ungern. „Das war ein Punkt, an dem ich echt gezögert habe“, gibt er zu. Aber auch in Sachen Jugendarbeit muss er nun nach neuen Ufern sehen und überlegen, was in Brunsbüttel nottut und wo er gebraucht wird. „Jugendarbeit ist keine Frage des Alters“, sagt er nachdenklich. In Brunsbüttel gibt es eine wachsende, aktive Pfadfindergruppe. „Das ist eine Form von Jugendarbeit, die funktioniert“, sagt er, „das finde ich schon richtig klasse.“ Allerdings wäre zum Beispiel Zelten in der Jurte wohl doch nicht mehr so seins.

Tierra Sagrada war einer der Schwerpunkte in Marne. Darüber hinaus hat Lempelius ein Pflegeheim betreut, war Vorsitzender des Friedhofsausschusses, begleitete die Landkinderstube und feierte oft und gerne mit der Gemeinde Gottesdienst. Ein großer Erfolg war der erste Mogo-Marne, das hat ihm und seinen Mitstreitern richtig Spaß gemacht – und die Freude kam rüber und begeisterte Biker sowie Zaungäste.

Zu Brunsbüttel kam Arnd Lempelius, als die Not am größten war: Ingo Pohl verabschiedete sich nach Sylt, zeitgleich fielen die beiden anderen Pastoren gesundheitsbedingt aus. „Der Funke sprang sofort über“, so erinnert Lempelius den ersten offiziellen Kontakt mit der Kirchengemeinde und der stellvertretenden Vorsitzenden Dagmar Delventhal. Für Ende November ist der Umzug geplant: Dann wohnt der Seelsorger mit seiner Lebensgefährtin Marina im alten Pastorat gegenüber von der Jakobuskirche. „Die freut sich auf den großen Garten“, verrät Lempelius.

In Marne beginnt der Gottesdienst zur Verabschiedung und Entpflichtung 1. Advent (27.) um 10 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche, die Einführung in der Brunsbütteler Pauluskirche findet am dritten Advent, 11. Dezember, ab 11.30 Uhr statt.