zuetphenHeide – Er wurde an Händen und Füßen gefesselt und dann barfuß von Meldorf nach Heide getrieben. Dort richtete man ihn ohne ein rechtmäßiges Urteil auf dem Scheiterhaufen: Der Prediger Heinrich von Zütphen starb am 10. Dezember 1524. Er gilt als erster Reformator Dithmarschens. Mit einer Andacht und einem Pilgerweg auf den Spuren seines Leidens gedachten Dithmarscher und Gäste seines Martyriums

Die Idee dazu hatte der Arbeitskreis Dithmarscher Jakobsweg um Wolfgang Mohr und Pilgerpastor Dieter Stein. Anlässlich seines Todestages riefen sie in Erinnerung, was damals geschah und ehrten posthum den Prediger, der nur eine gute Woche lang in Dithmarschen gewirkt hatte: Am 30. November war er aus Bremen angereist, genau drei Mal ließ man ihn im Meldorfer Dom predigen. Und dann beschlossen die Mächtigen von damals seinen Tod: Bei Nacht und Nebel entführten ihn Bauern, die man betrunken gemacht hatte, aus dem Pastorat. Und weil ihre Anklage vor einem ordentlichen Gericht nicht standgehalten hätte, beschlossen sie seinen Tod, bevor jemand eingreifen konnte. So starb Heinrich von Zütphen.

„Wie immer geht es bei solchen Geschichten entweder um Geld oder um Politik“, erklärte Dieter Stein in der Marktandacht. Beim Tode Heinrichs von Zütphens ging es wohl um beides. Die Theologie des Predigers war den Regenten Peter Nanne und Johan Holm, die den Aufruhr angezettelt hatten, von Herzen gleichgültig. Ihnen ging es gemeinsam mit dem Abt Augustin Torneborg aus Meldorf eher um die Sicherung der bestehenden politischen Verhältnisse in Dithmarschen. Die Gewalttat konnte die Reformation in Dithmarschen allerdings nicht aufhalten: Bereits 1533 führte man flächendeckend die reformatorische Lehre der Freiheit ein.

Beim anschließenden Pilgerweg über den Schuhmacherort und den Zütphen-Friedhof bis zum Galgenberg, den Bürgervorsteher Franz-Helmut Pohlmann bis zum Abschluss begleitete, hielten die Pilger immer mal wieder inne, um weiteres über den Reformator zu erfahren. Zütphen war ein Weggefährte Martin Luthers gewesen. Luthers Schrift „Historie von Bruder Heinrich von Zütphens Märtyrtode“ fand stärkste Verbreitung in mehreren Nachdrucken, auch in plattdeutscher Übersetzung.

Wikipedia über Heinrich von Zütphen
Gedenktag an Heinrich von Zütphen