Eddelak – Sie liebt das Meer, und sie mag den Norden. Da ist sie nun: Anne Karakulin ist die neue Pastorin der Kirchengemeinde Eddelak. Am 11. Juni wird sie der Gemeinde offiziell in einem Gottesdienst vorgestellt.
Die hat natürlich längst schon Augen, Ohren und Herzen offen: Der Abschied von Rainer Petrowski war lange angekündigt, und seit Anfang Mai war klar, dass eine junge Theologin oder ein junger Theologe, ein PZA (Pastor zur Anstellung) an seine Stelle treten würde. Anne Karakulin konnte sich ein Leben in Dithmarschen gut vorstellen, dem Kirchengemeinderat war sie sofort sympathisch, und dann ging alles sehr schnell: Umzug planen, Kisten ein- und im neuen Heim wieder auspacken.

Da ist sie nun: 30 Jahre, verheiratet. Ihr Mann ist Altphilologe an der Universität Halle. Dort haben die beiden sich auch kennen- und lieben gelernt. Doch hinter dieser kleinen Geschichte verbirgt sich eine weitere: Anne Karakulin ist in Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen. In ihrer Heimatgemeinde gehören gerade mal gut zehn Prozent der Bewohner zur Kirchengemeinde. Die Christen sind in den neuen Bundesländern deutlich in der Minderheit. Sie schämen sich dessen nicht, ganz im Gegenteil, die wenigen sind sehr engagiert. In Dithmarschen dagegen sind noch deutlich über 60 Prozent Mitglieder der evangelischen Kirche, Anne Karakulin trifft hier auf volkskirchliche Strukturen. Das bedeutet: Viele gehören zwar dazu, aber längst nicht alle sind aktiv.

Die Theologin hat schon Erfahrung mit Kirche auf dem Dorf gemacht: Ihr Vikariat absolvierte sie in Kummerfeld, einer ländlichen Kirchengemeinde im Norden Pinnebergs. Sie war dort uneingeschränkt gerne und gern gesehen. Anne Karakulin sieht darum ihrer Zeit in Eddelak zuversichtlich entgegen: Sie weiß, dass Verbände und Vereine auf dem Dorf gerne Kontakt mit der Kirche pflegen. Auch die Grundschule Eddelak hat schon ein herzliches Willkommen signalisiert. Da geht viel. Und weil sie den Gottesdienst besonders liebt, ist sie guter Hoffnung, dass ihre eigene Freude daran bald ansteckend und begeisternd sein kann. Sie kann sich gut neue Gottesdienstformen vorstellen: Raus aus dem Alten, hin zu den Leuten ist ihre Devise. Gottesdienste in „Nachbars Garten“ zum Beispiel – das hat sie in Kummerfeld schon ausprobiert, das kam gut an, und das würde auch nach Eddelak passen.

Den Norden mag sie einfach. Ein Semester hat sie im dänischen Aarhus studiert, das hat ihr gut gefallen. Auch Dorfleben, das spürt sie, ist das richtige für sie, und ihr Mann hat sie gern nach Eddelak begleitet. Einen Führerschein hat sie nicht, aber sie fährt gerne und viel Fahrrad, das passt schon. Am Sonntag, 11. Juni, wird Propst Dr. Andreas Crystall sie im Gottesdienst ab 9.30 Uhr der Gemeinde offiziell vorstellen. Am 18. Juni fängt um 14 Uhr der feierliche Ordinations-Gottesdienst im Schleswiger Dom an. Und dann beginnt für die Pastorin der Alltag: Gruppen und Kreise, Verwaltung und Liegenschaften, Kirchengemeinderats- und Konfirmandenarbeit, Taufen, Trauungen und Trauerfeiern. „Ich bin gespannt und freu mich drauf“, sagt sie.