Meldorf – Zu Lebzeiten hatte die Meldorferin Elke Noack, einst Deutsch-Lehrerin an der Meldorfer Gelehrtenschule (MGS), in ihrem Testament die Diakoniestiftung Schleswig-Holstein mit einer Zustiftung bedacht und zugleich verfügt, dass mit den jährlichen Zinserträgen Sprachunterricht für ausländische Mitbürger gefördert werden soll. Bernd Hannemann, Vorstand der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein, kam nun erneut gern nach Meldorf, um dem Diakonischen Werk Dithmarschen für dieses Jahr einen Scheck über 3000 Euro zu überreichen. Damit sollen insbesondere Einzelmaßnahmen umgesetzt werden, wie Anja Döhren vom Diakonischen Werk jetzt erläuterte.

„Mit diesem Geld wollen wir Flüchtlinge und Asylbewerber fördern, die beispielsweise keine staatliche Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache bekommen. Ebenfalls wollen wir diejenigen, die ehrenamtlich Sprachunterricht leisten, mit wichtigen Lehrmaterialien unterstützen“, sagt Anja Döhren, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen immer wieder feststellt: „Der Wille, die deutsche Sprache zu erlernen, ist bei allen sehr groß, und das wollen wir gern begleiten.“

Gisela Frühbrodt, eine langjährige Freundin und Begleiterin Elke Noacks und ebenfalls pensionierte Deutsch-Lehrerin der MGS, kann das bestätigen: „In den Sprachkursen, die ich selbst ehrenamtlich im Meldorfer Gemeindezentrum gebe, stehen die Menschen vor alltäglichen Problemen, die sie ohne Verständigung nicht angehen können. Und es ist ein Irrglaube, man könne die deutsche Sprache in sechs Wochen erlernen!“ Die Menschen, die sie in den Kursen erlebe, seien sehr motiviert, Deutsch zu sprechen: „Sie möchten Teil unserer Gesellschaft sein, möchten arbeiten und das, was sie in ihrer Heimat gelernt haben, hier anwenden. Ohne Sprache geht all das nicht.“ Für Rolf Schulz, Geschäftsbereichsleiter Beratende Dienste im Diakonischen Werk Dithmarschen, und Bernd Hannemann ist ebenfalls klar: „Integration gelingt nur, wenn die Sprache gesprochen wird.“

Schulz und Hannemann sind Elke Noack als Zustifterin daher sehr dankbar, dass sie diese Sprachförderung ermöglicht hat – heute wichtiger denn je. Überhaupt sei die Idee einer Stiftung oder Zustiftung großartig, so Bernd Hannemann: „Vermögen wird sinnstiftend eingesetzt, es verringert sich nicht und jedes Jahr können mit den Erträgen gute Dinge getan werden.“ So sind seit dem Tod Elke Noacks im Jahr 2010 mittlerweile mehr als 25.000 Euro in die Sprachförderung im Diakonischen Werk Dithmarschen geflossen. „Eine gute soziale Rendite“, findet Bernd Hannemann.

Wer ebenfalls darüber nachdenkt, wie er oder sie als Stifter, Zustifter oder Spender die soziale und gesellschaftliche Arbeit der Diakonie unterstützen kann, findet im Diakonischen Werk Dithmarschen oder bei der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein weitere Infos und hilfsbereite Ansprechpartner.

 

Weitere Infos:

Diakonisches Werk Dithmarschen

Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein

Stiften in Schleswig-Holstein

 

Im Bild: Bernd Hannemann (links), Vorstand der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein, überreicht den Scheck über 3000 Euro an Rolf Schulz und Anja Döhren vom Diakonischen Werk Dithmarschen; rechts Gisela Frühbrodt, eine langjährige Freundin und Begleiterin der Zustifterin Elke Noack. (Foto: Claussen)