Heute (25. November) tagt die erste Dithmarscher Kirchenkreissynode zum letzten Mal – im Februar konstituiert sich ein neues Kirchenparlament. Gunhild Maume, 73, ist seit zwei Jahrzehnten Synodale, zuletzt als Präses. Die ehemalige Realschullehrerin aus Bunsoh bei Albersdorf hat drei Kinder und vier Enkel, ist seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Sie zieht eine positive Bilanz ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und rät ihrer Nachfolgerin bzw. ihrem Nachfolger: „Sei selbstbewusst!“

 

Vor zwei Jahren wurden Sie von der Dithmarscher Synode zur Präses gewählt. Ihre Bilanz?

Da ich seit Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2009 Vizepräses der Kirchenkreissynode war, hatte ich schon Erfahrung in der Präsidiumsarbeit. Für mich persönlich war es eine zwar arbeitsreiche, aber bereichernde Zeit; ich habe wichtige Erfahrungen gemacht, schwierige Situationen gemeistert, interessante Menschen kennengelernt. Wichtig dabei war und ist eine vertrauensvolle Teamarbeit.

 

Wie sind Sie mit dem Spannungsfeld zwischen Haupt- und Ehrenamt umgegangen?

Manchmal war das eine Gratwanderung zwischen Anspruch, Kompetenz, Auftrag und der Frage von Rechten und Pflichten. Da sind Gespräche nötig, die Klarheit bringen bei unterschiedlichen Sichtweisen, damit gar nicht erst ernsthafte Probleme entstehen.

 

Hat sich die ehrenamtliche Arbeit über die Jahre verändert ?

Ich meine, ja. Bestimmte Kenntnisse werden bei Synodalen und Personen in Leitungspositionen heute vorausgesetzt. Und viele Ehrenamtliche gucken heute über den Tellerrand ihrer Gemeinde kritisch und konstruktiv auf das, was im Kirchenkreis passiert.

 

Junge Menschen lassen sich für ehrenamtliches Engagement in Gremien immer schwerer begeistern. Was muss sich ändern?

Das Angebot für junge Menschen könnte mehr projektgebunden gestaltet werden, sowohl im kirchlichen Bereich als auch im weiteren Umfeld wie Umwelt, sozialem Engagement, Jugend- und Partnerschaftsarbeit. Hier wird aber schon sehr viel angeboten, und gerade für unseren Kirchenkreis bin ich da sehr optimistisch.

 

Es ist immer noch die erste Synode nach der Fusion zum Kirchenkreis Dithmarschen im Jahr 2009. Sind Nord und Süd mittlerweile zusammengewachsen?

Die beiden ehemaligen Kirchenkreise stehen nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt am Ende der Legislaturperiode in jeder Hinsicht als Einheit da. Vielleicht war dafür die extrem lange Amtszeit von achteinhalb Jahren sogar eine Chance.

 

Was raten Sie Ihrer Nachfolgerin bzw. Ihrem Nachfolger?

„Sei selbstbewusst! Du bist der bzw. die gewählte Vorsitzende des höchsten Gremiums des Kirchenkreises! Vermittle den Synodalen den Eindruck, wie wichtig ihr Engagement für den Kirchenkreis ist. Und: Du bist als Präses mitverantworlich für die Kommunikationskultur, d.h. die Art und Weise wie wir miteinander umgehen. Das Allerwichtigste aber: Geh mit Freude an Deine Aufgabe und sei dankbar für das Geschenk, das kirchliche Leben in Dithmarschen mitgestalten zu dürfen.“