Im Glauben Segel setzen

kleinZahlreiche Gäste und Besucher fanden sich ein, als der Kirchenkreis Dithmarschen am Büsumer Museumshafen sein großes Fusionsfest startete. Rund um den Ankerplatz hatten Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen Stände aufgebaut. Ein großes Zeltdach schützte das Zentrum des Geschehens und die Bühne vor eventuellen Wetter-Unbilden. Schon bald machte sich eine fröhliche Stimmung unter den Christenmenschen breit.
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Die Strukturdebatte war vergessen: Am Museumshafen in Büsum feierten jetzt fröhliche Christenmenschen einen Tag lang die Geburt des Kirchenkreises Dithmarschen, der formell im Mai aus der Fusion eines nördlichen und eines südlichen Teils hervorgegangen war. Ein paar tausend Besucher mögen es wohl gewesen sein, die während des Festes an den vielen Aktionsständen vorbeischauten und sich über das bunte Leben in der Dithmarscher Kirche informierten.

In Joggingschuhen, auf Inlinern, sogar auf Motorbooten von der Seeseite her hatten sich Gruppen auf den Weg gemacht, um dem Fest beiwohnen zu können. „Leinen los“ lautete dessen Titel – und jeder definierte ganz persönlich, was das für ihn bedeutet. Viele werden ihren Kurs aufs Neue abgesteckt haben, neue Ziele ansteuern. Propst Henning Keine wies in seiner unter einem riesigen Zeltdach gehaltenen Andacht auf „die Vielfalt und den Reichtum“ der Kirchenarbeit in Dithmarschen hin. Pastor Christian Eissing übertrug seine Worte in die Sprache der Gehörlosen. Als Beweis wies Keine auf erste Signale aus dem Pastorenkonvent hin, der zwar größer, aber auch bunter und vielfältiger geworden – ein Vorteil, der den Nachteil ausgleiche. Bezugnehmend auf den Satz von Apostel Paulus „Einer trage des anderen Last, dann werdet ihr das Gesetz Christi erfülllen“, betonte Kiene seine Überzeugung, „dass ich nur Mensch sein kann, wenn ich den anderen Menschen kennenlerne.“ Genau darum feiere der Kirchenkreis dieses Fest, aus dem Interesse am Gegenüber.

Die Dithmarscher Posaunenchöre verlegten sich auf schwungvolle Rhythmen: Sie scheuten auch Pop und Swingmusik nicht. Durch den Tag führten anschließend Frank Zabel von der Dithmarscher Landeszeitung und Pastor Thomas Knippenberg (Wesselburen) mit lebendiger und witziger Moderation.

Rund um den Ankerplatz überzeugten sich die Gäste von jenem „Reichtum“ im Kirchenkreis. So präsentierten sich unter anderem die jungen Menschen des Rings evangelischer Gemeinde-Pfadfinder (REGP), die einen Tag später in der Auferstehungskirche in Heide ihren Reise-Segen erhielten. Die drei Gruppen aus Wöhrden, Albersdorf und Süderhastedt starten zu einer Reise nach Polen. In Büsum boten sie den Gästen augenzwinkernd an, auf selbst gesägten Balken neue Balance fürs Leben zu finden.

Ernster ging es beim Förderverein St. Jacobi zu Neuenkirchen zu. Vorsitzender Fait Strakerjahn bezifferte den Sanierungsbedarf für die um 1300 als gotischer Backsteinbau entstandene Kirche mit zwei bis drei Millionen Euro. Allein die dringende Dachsanierung werde 200.000 bis 300.000 Euro verschlingen. Um einer bereits diskutierten Entwidmung zuvorzukommen, will der Verein Mittel auftreiben. Wie sehr die ganze Gemeinde dahinter steht, verdeutlicht das „Schal-Fest“, das überregional für Aufsehen gesorgt hat. Die Bürger strickten einen Riesen-Schal, der zweieinhalb Mal um das Gotteshaus geschlungen werden konnte. Strakerjahn zum Symbolcharakter: „Wir alle halten sie warm, trocken, beschützt“.

Außerdem informierten Fachleute über die Arbeit der Diakonie, der Meldorfer Tafel, der Seemannsmission, der Suchtkrankenhilfe, aus Alten- und Behindertenarbeit, der Migrationsberatung und aus den Kindertagesstätten, um nur ein paar der vielen Angebote zum Fusionsfest aufzuzählen. Immer dabei waren die Gäste aus den Partnergemeinden aus Übersee, die auch schon aktiv den Gottesdienst zum Auftakt mitgestaltet hatten.
Text: Birger Bahlo, Fotos: Inke Raabe