Dithmarschen – Zahlreiche Kirchengemeinden in der Nordkirche laden am 18. März, dem Sonntag Judika, zu Gottesdiensten zum Thema „Gerechtigkeit und Vielfalt“ ein. Bereits zum vierten Mal hat das Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche gemeinsam mit Engagierten aus Kirchenkreisen sowie Expertinnen und Experten einen derartigen Themengottesdienst zu einem besonderen Aspekt von Recht und Gerechtigkeit anlässlich des Sonntag Judika initiiert. Das diesjährige Thema greift die in unserem Land entstandene Vielfalt auf. Es ermutigt dazu, ihr mit Offenheit, Toleranz und Respekt zu begegnen. Auch in Dithmarscher Gemeinden werden entsprechende Gottesdienste gefeiert.

St. Jürgen-Kirche, Heide, 10 Uhr, mit Ökumenepastor Heiner Wedemeyer, Pastorin Luise Jarck-Albers und Mitwirkenden aus Eritrea und Afghanistan

Kirchengemeinde Meldorf, Meldorfer Dom, 10 Uhr, mit Pastorin Nadia Kamoun und Pastor Joachim Kretschmar, Evangelische Akademie Schleswig-Holstein, Studienleiter für Gesellschaft und Religion im Christian Jensen Kolleg

Kirchengemeinde Marne, Maria-Magdalenen-Kirche, 10 Uhr, mit Pastor Rainer Petrowski

Kirchengemeinde Eddelak, 10 Uhr, mit Kirchengemeindratsmitgliedern: Marianne Witt, Janina Lucks, Christine Böhm, Musik: Hannelore Wienecke

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.“ Dieses Bibelwort aus dem Epheserbrief zitiert Landesbischof Gerhard Ulrich anlässlich des diesjährigen Sonntags Judika und fügt hinzu: „Das ist ein wunderbares Bild gelebter Einheit in Vielfalt durch die Kraft des Evangeliums. Auf dem Grund der Apostel gebaut mit dem Eckstein Jesus Christus – dort werden wir eingefügt: wir Verschiedenen. Nicht einfach aneinandergelegt. Das würde nicht lange halten. Sondern: ‚ineinandergefügt‘. Das spiegelt sich in der Vielfalt unserer Kirche. Das befähigt uns, offen zuzugehen auf Christinnen und Christen, die Glaubenstraditionen haben, die für uns ganz neu sind. Es befähigt uns auch, offen zuzugehen auf Menschen mit einer anderen Religionszugehörigkeit. Diese Vielfalt vor unserer Haustür und in unseren Gemeinden ist natürlich eine Herausforderung. Aber das Evangelium befreit uns, das Gemeinsame zu suchen. Und bei aller Unterschiedlichkeit sind wir unserem Nächsten verbunden durch den Glauben an Christus. Vielfalt im Glauben trennt nicht. Sie verbindet und zeigt uns neue Möglichkeiten.“


Sonntag Judika
Der Name „Judika“ entstammt der lateinischen Übersetzung des Eingangspsalms im Gottesdienst für den fünften Sonntag der Passionszeit, der mit den Worten „Gott, schaffe mir Recht!“ beginnt. Traditionell geht es in Gottesdiensten an diesem Sonntag darum, wie Christen ihr Leben an Gottes Handeln und Gebot ausrichten, sowie um Recht und Gerechtigkeit. In Deutschland sind durch Zuwanderung mehr als 190 Staaten der Welt vertreten: Die Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund kommt aus Europa, dahinter folgen Asien, Afrika und Amerika. Die Hälfte der Menschen, die zu uns gekommen sind, sind Christinnen und Christen, ein Drittel fühlt sich dem Islam zugehörig, andere sind Hindus, Buddhisten oder geben an, keiner Religion nahe zu stehen.