Keine Pflichten mehr?

fentenkleinKeine Pflichten mehr? Wohl kaum. Dabei stand die so genannte Entpflichtung von Propst Peter Fenten im Mittelpunkt eines festlichen Gottesdienstes in der St. Jürgen-Kirche. Im Kern geht es darum, dass nach der Fusion der Kirchenkreise Norder- und Süderdithmarschen Henning Kiene Propst bleibt und Peter Fenten sein Stellvertreter ist. Also gab Fenten in dem Gottesdienst – als formalem Akt – sein Amtskreuz an Knut Kammholz zurück, der als stellvertretender Bischof nach Heide entsandt war.
Während Henning Kiene jeden Morgen seinen neuen Amtssitz, das Alte Pastorat in Heide betritt, fährt Peter Fenten nach Meldorf ins Johann-Hinrich-Wichern-Haus am Südermarkt. Die Aufgaben der Kirchenleitung ruhen also nach wie vor auf den Schultern beider. Das hob auch Kammholz hervor, indem er Fenten dafür Anerkennung zollte, dass er sich auf diese Übergangszeit eingelassen habe, in der er vor allem durch seine ausgleichende Art den Fusionsprozess beförderte. „Die Überleitungsvereinbarung war 2007 noch ein ,Rohbau‘, im November 2008 bereits fertig“, beschrieb Kiene den Erfolg der Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und beiden Pröpsten.
Der Festgottesdienst fiel zeitlich zusammen mit dem Dreifaltigkeitsfest (Trinitatis). Peter Fenten betonte in seiner Predigt, wie schwierig die theologische Begründung der Einheit von Gott, Vater und Heiligem Geist sei und wählte die Zeit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie den Raum mit seinen drei Dimensionen zum Vergleich. Gott nehme jeden auf in einer „geistigen Welt wie auf einem unbekannten Kontinent.“
Glückwünsche zum Abschied aus dem Amt des Propstes und Geschenke gab es anschließend bei einem Empfang im Gemeindehaus. Etliche waren symbolträchtig. So stellte Heides Bürgermeister Ulf Stecher auf den Wechsel der Perspektiven durch den Tausch der Amtssitze ab. Damit Fenten am neuen Sitz neben dem Meldorfer Dom auch zukünftig ans Heider Wahrzeichen, den Wasserturm, erinnert werde, brachte er eine Fotomontage mit Ansichten des Turmes im Wandel der Zeiten mit. Kiene verschenkte einen Kaffeebecher und einen blauen Kugelschreiber, quasi als Grundausstattung für Meldorf: „Ausgerechnet der blaue Kuli verschindet dort nämlich immer“, plauderte Henning Kiene augenzwinkernd aus dem Bürobetrieb dort.
Text und Foto: Birger Bahlo