Brunsbüttel – 500 Jahre ist es jetzt her, dass ein kleiner, unbedeutender Mönch mit dem Anschlag von 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg berühmt wurde und eine Weltbewegung auslöste: die Reformation. Gestern erinnerten Kinder aus Brunsbüttel an den großen Theologen. Mit dem Musical „Martin Luther“ erzählten sie seine Geschichte.

Die Erzählung beginnt mit Luthers Kindheit. Eindrücklich setzt die Musik von Peter-Gerd Münden das Gewitter um, in dem Luther in großer Angst das Gelübde ablegt, dass er nun Mönch werden wolle. Geschickt greift das Musical die politischen und sozialen Fäden der Zeit auf, die Martin Luther mit seinem Thesenanschlag so radikal verändern sollte. Die Einführung von Bildung für alle, von Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die Freiheit des Gewissens und die Liebe zur Musik und zu seinen Kindern – Eckpunkte von Luthers Leben und Wirken wurden deutlich.

Sophia von Öttingen meisterte als Martin Luther lange Textpassagen souverän. Theresa Savasogan gab eine anrührende Frau Käthe. Am Klavier begeisterte Valeria Vasileva, und an den Flöten überzeugte Melina Graz. Agnes Farkas hatte das Musical mit den Kindern einstudiert und leitete es fröhlich und liebevoll. Der Kinderchor erstaunte mit sauberer Intonation und klaren Höhen und wirkte trotz der hohen, musikalischen Leistung lebendig und natürlich. Übrigens: Um 15.17 Uhr begann der Gottesdienst und erinnerte so an den Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517.

Foto: Luther (Sophia von Öttingen) mit Spalatin (Isabel Reh)