Brunsbüttel – Im April trugen die Brunsbütteler traurig ihren Pastor Jochen Driesnack zu Grabe. Seither war die Stelle des langjährigen und beliebten Pastors vakant. Mit Pastorin Sandra Ruge-Tolksdorf (45) aus Itzehoe ist das Pastorentrio nun wieder komplett. Sie trat zum 1. Juli in der Schleusenstadt ihren Dienst an.

„Ich möchte den Menschen Begleitung und Stütze sein“, sagt Pastorin Sandra Ruge-Tolksdorf, „und zwar von der Taufe über die Konfirmation bis hin zur Trauerfeier.“ In den vergangenen zwei Jahren arbeitete die 45-Jährige als Flüchtlingsbeauftragte für den Kirchenkreis Dithmarschen. „Es war eine gute und aufregende Zeit“, erklärt Sandra Ruge-Tolksdorf rückblickend. Mit ihrer rechten Hand schiebt sie sich eine blonde Haarsträhne hinter das Ohr. Der Blick durch die schwarz gerahmte Brille ist fest. „Aber die Gemeindearbeit hat mir doch sehr gefehlt.“ Sandra Ruge-Tolksdorf weiß, wovon sie spricht. Nach ihrem Studium in Kiel arbeitete sie bereits als Gemeindepastorin in den Kirchengemeinden Lunden und Nortorf bei Neumünster.

Einen ersten Eindruck der Gemeindearbeit in Brunsbüttel konnte sie schon gewinnen – und es war ein guter Eindruck. „Vor einigen Tagen durfte ich einen Gottesdienst mit Kindergartenkindern begleiten, die in Kürze eingeschult werden“, berichtet Sandra Ruge-Tolksdorf strahlend. „Das war so richtig schön.“ Sehr beeindruckt hat die junge Pastorin, dass es in ihrer neuen Kirchengemeinde einen Pfadfinderstamm und mehrere Kinderchöre gibt. „Ich werde nicht direkt mit ihnen zusammenarbeiten, aber es wird ganz sicher viele Berührungspunkte geben.“

Besonders freut sich Sandra Ruge-Tolksdorf auf die Mitarbeiter und das Pastorenteam, in dem sie zukünftig arbeiten wird. Gegenseitige Inspiration und Unterstützung werden bei ihr genauso großgeschrieben wie die Fortbildung. „Man sollte das, was man tut und auch sich selbst regelmäßig hinterfragen“, ist die Pastorin, die gebürtig aus Bad Segeberg kommt, überzeugt. Gerade besuchte sie eine Fortbildung zum Thema „Seelsorge“. „Es gibt immer etwas Neues und man lernt einfach nie aus.“ Die Seelsorge ist auch ein Teil der Gemeindearbeit, der Sandra Ruge-Tolksdorf besonders am Herzen liegt. Es ist ihr ein Anliegen, „ganz nah an den Menschen“ zu sein. Die 45-Jährige freut sich auf die Begegnungen mit den Brunsbüttelern – ob nun in der Kirche, Gemeinde oder auch bei ihnen zuhause. „Ich möchte möglichst viel mit den Menschen zusammen sein.“

In ihrer Freizeit geht Sandra Ruge-Tolksdorf gerne gemeinsam mit ihrem Ehemann im eigenen Campingbus auf Reisen. Gerne erinnert sie sich an Wanderreisen in den Harz und an den Lago Maggiore in Italien. Ein weiteres Steckenpferd ist das Lesen von Kurzgeschichten. „Ich finde es schön, mich für eine kurze Zeit in eine andere Welt versetzen zu lassen“, erklärt die Pastorin, die sich zum 1. Juli nach Brunsbüttel hat versetzen lassen – hoffentlich für eine lange Zeit. Obwohl die Pfarrstelle zurzeit nur auf eine halbe Stelle beschränkt ist, müssen die Brunsbütteler keine halben Sachen fürchten. Sandra Ruge-Tolksdorf lacht und in ihrer Stimme liegt Überzeugung, als sie verspricht: „Ich werde diese Stelle mit voller Kraft ausfüllen!“