Prävention

Präventionsbeauftragter des Kirchenkreises Dithmarschen ist Oliver Nitsch. Er nimmt diese Aufgabe seit seinem Wechsel zum Kinderschutz-Zentrum Westküste des Diakonischen Werkes Husum im Januar 2020 wahr. Im Kirchenkreis Nordfriesland nimmt er die gleiche Funktion wahr. Zu seinen Aufgaben gehört vor allem die Umsetzung des Gesetzes zur Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und ihrer Diakonie (Präventionsgesetz – PrävG) vor Ort im Kirchenkreis.

Das Präventionsgesetz gibt sämtlichen in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Arbeitseinheiten, Institutionen, Diensten und Werken den Auftrag, eine Risikoanalyse durchzuführen und ein Schutzkonzept zu entwickeln. Besonders ist dabei zu beachten, dass dies auch für die Kirchengemeinden und deren Angebote gilt. Hierzu werden vom Präventionsbeauftragten vor allem Schulungen und Veranstaltungen angeboten, die den Mitarbeitenden des Kirchenkreises, seiner Werke, Einrichtungen und Gemeinden offenstehen und ihnen bei der Umsetzung des Präventionsgesetzes helfen.

Ansprechpartner:
Oliver Nitsch ist Diplom-Pädagoge mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung – Weiterbildung und Bildungsökonomie, Sexualpädagoge und systemischem Berater. Im Kinderschutz-Zentrum Westküste kümmert er sich um sexualpädagogische Veranstaltungen und die Begleitung bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten und sexualpädagogischen Konzepten in pädagogischen Einrichtungen und Arbeitsbereichen.

Kontakt:
Oliver Nitsch
oliver.nitsch@dw-husum.de
Mobil 0151/22267022
Festnetz: 0481/6837307
Postalische Anschrift:
Kinderschutz-Zentrum Westküste
Theodor-Storm-Straße 7
25813 Husum

 

Erklärung des Kirchenkreisrates
zur Prävention von Gewalt und Missbrauch

Kirchliche Gemeinschaft ist ein Spiegel der Gesellschaft. Gewalt, Missbrauch und andere Formen grenzverletzenden Handelns können wir daher nicht ausschließen. Wir verpflichten uns aber zu einer Kultur der grenzachtenden Kommunikation und dem bestmöglichen Schutz vor sexualisierter Gewalt und Grenzverletzungen. Es ist die grundlegende Pflicht jedes haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und Teil des christlichen Selbstverständnisses, die Menschenwürde und das Recht auf Entfaltung zu achten und zu schützen.

Wir erwarten daher von allen kirchlichen Trägern (Kirchengemeinden, Dienste & Werke, Arbeitsstellen…) die Erstellung von Risikoanalysen und Schutzkonzepten – nicht zuletzt mit Blick auf das Präventionsschutzgesetz (PrävG) der Nordkirche vom 1.6.2018.

Unsere Arbeit wird in allen Fällen durch das Miteinander von Menschen und ihre Beziehung zu Gott lebendig. Dieses Miteinander soll von gegenseitigem Vertrauen geprägt sein: Nur vertrauensvolle Beziehungen geben Menschen Sicherheit und stärken sie.

Wir sehen es als unsere Pflicht, Grenzverletzungen und Grenzüberschreitungen vorzubeugen, diese zu verhindern und Ermittlungsverfahren mit Transparenz und einer offensiven Haltung zu unterstützen. Schutz und Hilfe für die Betroffenen, Transparenz für die Beteiligten und das Durchbrechen des Schweigens haben höchste Priorität, sollten Anzeichen für Grenzen überschreitendes Handeln vorliegen.

Es ist unser Anliegen und unsere Pflicht, alle Grenzverletzungen und –überschreitungen zu benennen und ihnen nachzugehen. Dazu brauchen wir die Bereitschaft zur ehrlichen Auseinandersetzung in Bezug auf grenzverletzendes und grenzüberschreitendes Handeln.

Diese Auseinandersetzung fördern wir und stellen dafür geeignete Unterstützung bereit: Es gibt seit 1.1.2019 die Stelle der Meldebeauftragten in unserem Kirchenkreis (nachfolgend zur bisherigen Ombudsstelle) sowie einen Beratungsstab (nachfolgend zum bisherigen Krisenstab).

Wir setzen auf haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, die mit ihrer Rolle verantwortungsbewusst umgehen und das damit verbundene Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis selbstkritisch reflektieren.

Dazu schulen wir u.a. mit unserem Präventionsbeauftragten Pastores, Ehren- und Hauptamtliche in Achtsamkeit und Wachsamkeit und fordern sie auf, problematische Entwicklungen anzusprechen und an geeigneter Stelle um Rat und Hilfe zu bitten.

Wir tolerieren keine Form grenzverletzenden oder -überschreitenden Handelns.

In allen Fällen gehen wir unverzüglich, transparent und konsequent dagegen vor, Ermittlungsbehörden werden entsprechend offensiv unterstützt.

 

Vorbeugend handeln

Das im Juni 2018 in Kraft getretene Präventionsgesetz der Nordkirche hat die Aufgabe, vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Gemeinde- und Gottesdienstarbeit, Seelsorge, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit, Freizeiten, Kindertagesstätten, evangelische Schulen und Horte, Pfadfinder*innen, Kirchenmusik, Auslandsarbeit in Partnergemeinden, Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen, mit alten, kranken oder geflüchteten Menschen – all dies und noch vieles mehr gehört zu den Angeboten kirchlicher und diakonischer Arbeit. Die enge Beziehungsarbeit, die in Kirche stattfindet, ist hierbei Stärke und Schwäche zugleich. Große Nähe birgt auch das Risiko, dass enge und vertrauensvolle Bindungen missbraucht und Menschen großer Schaden zugefügt wird.

Schutzkonzepte sind hierbei ein unverzichtbares Element, um das Thema nicht nur strukturell, sondern auch kulturell in allen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, in Ämtern, Diensten und Werken wirksam ins Bewusstsein zu rücken. Schutzkonzepte sind dabei mehr als ein Papier. Sie dienen dazu, sich über Risiken im kirchlichen Arbeitsfeld, die für Übergriffe ausgenutzt werden können, klar zu werden, und diesen vorbeugend entgegenzuwirken.

Gleichzeitig müssen Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, professionell und fachlich abgesichert auf Anhaltspunkte für sexualisierte Gewalt zu reagieren und Betroffenen im Notfall umgehend Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.

Meldepflicht – Wege im Kirchenkreis

Die folgende Info gilt für alle Pastores sowie alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden.

Wenn Sie Anzeichen sexualisierter Gewalt im kirchlichen Bereich wahrnehmen, sind Sie laut Präventionsgesetz der Nordkirche (§ 6 Abs. 1 PrävG) verpflichtet, dieses der Meldebeauftragten des Kirchenkreises zu melden.

Sie melden Ihnen zur Kenntnis gelangte Anhaltspunkte für Vorfälle sexualisierter Gewalt im kirchlichen Bereich unverzüglich der Meldebeauftragten des Kirchenkreises:

Meike Röckendorf
meldebeauftragung@kirche-dithmarschen.de
Tel. 04832 / 972 456 (AB)

Betroffene von sexualisierter Gewalt sind nicht zur Meldung verpflichtet.

Meldung
Eine Meldung umfasst alle, der meldenden Person zur Kenntnis gelangten Informationen, die einer fachlichen
Einschätzung des Sachverhaltes dienen.

Meldeverfahren im Kirchenkreis
Die Meldebeauftragte dokumentiert die Inhalte, informiert Sie über das weitere Verfahren sowie Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Meldebeauftragte leitet die Informationen an den jeweils zuständigen kirchlichen Träger und an die Verfahrensleitung (Propst) weiter.

Die kirchlichen Träger sind verpflichtet, solche Meldungen zu bearbeiten und notwendige Maßnahmen zum Schutz betroffener Personen und zur Verhinderung weiterer Vorfälle zu veranlassen.

Nach fachlicher Überprüfung des gemeldeten Sachverhaltes beruft die Verfahrensleitung den Beratungsstab auf Kirchenkreisebene ein oder leitet alternative Interventionen in die Wege.


Wichtige Arbeitsmaterialien und Informationen

Präventionsgesetz der Nordkirche

Ausführungsverordnung zum Präventionsgesetz

Handlungs- und Interventionsplan des Kirchenkreises

Ergänzende Arbeitsmaterialien und Informationen

Kirche gegen sexualisierte Gewalt - Handreichung Schutzkonzepte
(Informationen zur Umsetzung des Rahmenschutzkonzeptes zur Prävention und Intervention in Fällen sexualisierter Gewalt in der Nordkirche)

Arbeitshilfen zur Unmsetzung des Präventionsgesetzes für Fach- und Leitungskräfte

Das Risiko kennen – Vertrauen sichern
(Risikoanalyse in der Arbeit von Kirchengemeinden)

Musterflyer zur Selbstverpflichtungserklärung

Handlungs- und Kommunikationsplan
(Zum Umgang mit Grenzverletzungen im professionellen Nähe-Distanz-Verhältnis und bei Hinweisen auf sexualisierte Gewalt)