Die Synode des Kirchenkreises Dithmarschen hat sich heute (25. November) für die Einführung des Reformationstages als gesetzlicher Feiertag ausgesprochen. Aufgrund der guten Erfahrungen und einer breiten gesellschaftlichen Resonanz in diesem Jahr „bittet die Synode des Kirchenkreises Dithmarschen die landespolitischen Verantwortungsträger ihres Landstrichs, sich für eine länderübergreifende Einführung des Reformationstages als gesetzlicher Feiertag einzusetzen“, heißt es in der von der Synode beschlossenen Stellungnahme. Propst Dr. Andreas Crystall soll nun entsprechende Gespräche mit den Dithmarscher Landtagsabgeordneten führen.

Zuvor hatte Crystall in seinem Bericht eine positive Bilanz des Reformationsjahres in Dithmarschen gezogen. „Es war eine unaufgeregte, aber überaus weitreichende thematische Bildungsinitiative in der Basis, in der Fläche, in den Gruppen und Kreisen“, so Crystall. „Phänomene der Luther-Verkultung“ seien weitgehend verhindert, das Bewusstsein reformatorischer Identität aber geschärft und Wertschätzung des lutherischen Erbes in Kirche und Gesellschaft ermöglicht worden.

Letzte Tagung der ersten Dithmarscher Kirchenkreis-Synode

Es war die 26. und letzte Tagung der ersten Dithmarscher Kirchenkreissynode. Die bereits gewählte, neue Synode des Kirchenkreises wird am 24. Februar zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentreten – dann mit 77 Mitgliedern (bislang 99). Auf den Weg gebracht wurde der Haushalt 2018. Der Kirchenkreis geht bei den Haushaltsplanungen für das kommende Jahr von einem weiterhin steigenden Gesamtkirchensteueraufkommen aus. Insgesamt werden in Dithmarschen rund 10,8 Millionen Euro erwartet – davon profitieren auch die Gemeinden, die künftig eine höhere Grundzuweisung (32 statt 30 Euro) pro Gemeindeglied erhalten sollen.

Beschlossen wurde nach intensiver Diskussion die Gründung eines Friedhofswerkes. Der Kirchenkreis möchte so den Bestand der Dithmarscher Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft durch eine ökonomischere Bewirtschaftung langfristig sichern. Die Kirchenkreis-Synode hatte im November 2016 einen entsprechenden Beschluss zum Aufbau eines gemeinsamen Werkes gefasst, da insbesondere eine veränderte Bestattungskultur die Träger der insgesamt 34 kirchlichen Friedhöfe in Dithmarschen vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellt. Das neue Werk nimmt am 1. Januar seine Arbeit auf, zunächst mit den ersten fünf Friedhöfen.

Die im Jahr 2011 beschlossene Einrichtung der Kirchspiele wurde von der Kirchenkreis-Synode überarbeitet. Die Struktur war eingeführt worden, um eine stärkere gemeindeübergreifende Zusammenarbeit zu erreichen – mit dem Ziel, Pfarrkollegien zu bilden, kooperative Modelle der Jugendarbeit zu erarbeiten und gemeinsamen Projekte der Gemeindearbeit und des Gemeindeaufbaus zu ermöglichen. Nach einer erneuten Überprüfung und einem breit angelegten Beteiligungsverfahren wurde festgestellt, dass Nachbesserungen im Zuschnitt sinnvoll sind. Die Zahl der Kirchspiele wurde von neun auf sechs reduziert:

Kirchspiele und ihre Gemeinden

1. Delve, Hemme, Hennstedt, Lunden, St. Annen, Schlichting, Weddingstedt

2. Büsum, Helgoland, Neuenkirchen, Wesselburen

3. Heide, Hemmingstedt, Lohe-Rickelshof, Nordhastedt, Wesseln, Wöhrden

4. Albersdorf, Pahlen, Tellingstedt

5. Meldorf, Süderhastedt, Windbergen-Gudendorf

6. Brunsbüttel, Burg, Eddelak, Marne, St. Michaelisdonn.

Für die Zuordnung der beiden Gemeinden Barlt und Vereinigte Köge Süderdithmarschen wurde ein weiterer Zeitkorridor geöffnet. Zugleich wird geprüft werden, ob die Kinder- und Jugendarbeit in den Kirchspielen ausgebaut werden kann. Auch die Einrichtung von hauptamtlichen Popularmusikerstellen zumindest in den großen Kirchspielen wird geprüft. Die veränderten Kirchspiele wurden mit sehr großer Mehrheit beschlossen.

Dem Kirchenkreis Dithmarschen gehören rund 80.000 Gemeindeglieder in insgesamt 29 Kirchengemeinden an. Dies entspricht einem evangelischen Anteil an der Dithmarscher Gesamtbevölkerung von mehr als 60 Prozent.