Heide – Mehr als 500 Dithmarscherinnen und Dithmarscher haben heute (24. Oktober) in Heide ein Zeichen gegen Hass und Rassismus gesetzt. Ein überparteiliches Bündnis aus rund 30 Organisationen hatte zu einer Kundgebung auf dem Südermarkt eingeladen – unter dem Motto „Dithmarschen ist MEHR“. Veranstalter waren fünf junge Heider, die nach den Ereignissen im sächsischen Chemnitz vor wenigen Wochen nicht mehr tatenlos zusehen, sondern selbst aktiv werden wollten: In diesen Zeiten sei ein deutliches Bekenntnis zum Rechtsstaat notwendig, für Vielfalt, Toleranz und Menschlichkeit.

Zu den Rednern der Kundgebung gehörte Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall. Es sei höchste Zeit, „dass wir dem Hass sagen, er soll verschwinden, dass wir dem Egoismus sagen, er ist hier unerwünscht, dass wir dem Nationalismus kein Asyl gewähren und der Fremdenfeindlichkeit Menschenfreundlichkeit entgegen stellen“, sagte der Propst. Ausgrenzung, insbesondere durch namhafte AfD-Politiker, hintertreibe grundlegende Errungenschaften einer humanitären Gesellschaft.

In Dithmarschen habe es einen beispiellosen Einsatz für Geflüchtete geben, so Crystall, „getragen von Kommunen und Kirchen und Initiativen und einem grandiosen bürgerschaftlichen Engagement“. Aber: „Nach Meinung der hetzenden Scharfmacher müssten wir längst hoffnungslos islamisiert, radikalisiert, entchristlicht und in unserer Identität völlig verloren gegangen sein. So ein Unsinn, wir sprechen noch deutsch, wir sind selbstbewusster diakonisch tätig denn je, uns sind unsere Wurzeln bewusster denn je, und wir wissen, wie sich gelebte Nächstenliebe anfühlt und wieviel Mühe das macht, die es aber auch wert ist.“

Die Kundgebung begann und endete mit Glockengeläut der St. Jürgen-Kirche.