Die Luft in Halle 4 knistert ein bisschen. Fast ist, also ob sogar die Strandkörbe vor Aufregung zittern: In wenigen Stunden werden sie verladen und treten ihre große Reise nach Wittenberg an. Dort werden sie Botschafter der Nordkirche sein und zugleich an die Reformation erinnern. Und das ist schon ein wenig aufregend. Schließlich kommen in diesem Sommer mehr als eine Million Besucher aus aller Herren Länder in die Lutherstadt. Vom 20. Mai bis zum 10. September findet dort die Weltausstellung statt.

Mehr als 30 Strandkörbe stellt die Nordkirche in Zusammenarbeit mit den touristischen Partner, Kirchen und Kommunen in der 50000-Einwohner-Stadt auf. Sie laden zum Verweilen und zum Ausruhen ein, aber auch zum Diskutieren. Die Strandkörbe sind dabei Botschafter der Nordkirche und ihrer vielen touristischen Orte – sie haben also den Sommer über eine wichtige Aufgabe. Und wenn dieses aufregende Jahr vorüber ist, kehren sie in ihre jeweilige Heimat zurück und können dort an Stränden oder auf Kirchengeländen weiter an das erinnern, was Martin Luther vor 500 Jahren auf den Weg brachte.

Die Hälfte der Strandkörbe wurde in Meldorf von der „Stiftung Mensch“ gefertigt. Menschen mit Behinderungen waren an der Herstellung beteiligt und konnten stolz mitverfolgen, wie unter ihren Händen etwas Wunderschönes entstand: Der Stoff ist weiß-violett, die Haube grün, das Logo der Nordkirche 500+ wird viele Jahre an das Jubiläum erinnern, ein weiteres Logo trägt die Namen der entsendenden Institutionen. Das Wichtigste verbirgt sich in einer Metallplakette am Fußstück: Dort nämlich befindet sich das Logo der Stiftung Mensch. Es wird die Botschaft in alle Welt bringen, dass Menschen mit Behinderungen einen wertvollen Beitrag leisten können und wollen. Denn dass diese Strandkörbe im Wortsinn wertvoll sind, hat sich längst herumgesprochen: Die Qualität ist hervorragend, die Optik besticht, jedes Detail wurde mit Liebe gemacht.

Im Reformationssommer 2017 präsentieren Kirchen aus aller Welt, internationale Institutionen, Organisationen, Initiativen und viele Kulturschaffende ihre aktuelle Sicht auf die Reformation. Ein umfangreiches Programm wird auf großen und kleinen Bühnen in der Stadt geboten; auf Podien und in Veranstaltungszelten wird zu Diskussionen, Debatten, Sessions und vielem anderen eingeladen.