Marne – Wenn Pastorin Katja Hose am kommenden Sonntag (1. September) in dem um 14 Uhr in der Maria Magdalenen-Kirche beginnenden Gottesdienst  im Rahmen des Gemeindefestes von ihrer Gemeinde verabschiedet worden ist, beginnt für die 55-Jährige eine neue berufliche Zeitrechnung: Ab Mitte September nimmt sie ihre neue Arbeit als theologische Referentin im Frauenwerk der Nordkirche in Kiel auf.

Bevor sie sich jedoch dieser neuen Aufgabe stellt, wird genügend Raum sein für Rückblicke und vor allem: Dankbarkeit. „Nach 15 Jahren als Pastorin in einer Stadtrandgemeinde Hamburgs war es vor zehneinhalb Jahren genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit, nach Marne zu kommen“, erinnert sie sich. Es habe sich vieles als sehr positiv herausgestellt und entwickelt, und dafür seien sie und ihre Familie allen dankbar, die sie in dieser Zeit begleitet haben.

Auch auf Kirchenkreis-Ebene sei sie vor zehn Jahren offen aufgenommen worden. Katja Hose engagierte sich seit 2009 in der Synode und war in wichtige Arbeitsfelder eingebunden: Als Vorsitzende des Synodalen Kita-Ausschusses (2009 bis 2017) steuerte sie die Gründung des heutigen Kitawerkes mit, „welches mir auch heute noch sehr am Herzen liegt“. Mit viel Energie gestaltete sie diesen Prozess mit und fand dennoch auch die Zeit für eine weitere Leidenschaft von ihr – die Frauenarbeit.

Fünf Jahre lang war sie Referentin für Frauenarbeit im Kirchenkreis Dithmarschen und gestaltete in dieser Zeit gemeinsam mit anderen das Profil des Frauenwerks. Auch hier prägt Dankbarkeit den Rückblick – „für ein tolles Miteinander auf allen Ebenen, vertrauensvolle Zusammenarbeit und Kooperationen in einem sehr starken Netzwerk in Dithmarschen.“ Gerade die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und die gesellschaftspolitische Arbeit sind für sie ein gutes Beispiel, wie Kirche im Alltag wirken und unterstützen kann. Allein ein Blick in das umfangreiche, zweimal jährlich erscheinende Programm des Frauenwerkes zeigt dies mit vielen spannenden Veranstaltungen auf. Zu den Höhepunkten ihrer Arbeit im Frauenwerk zählen für Katja Hose die Ausstellung zum Reformationsjubiläum sowie das erste Dithmarscher Frauenmahl.  „Ich denke, wir konnten vieles bewegen und viele Frauen in ihren Anliegen unterstützen“, sagt Katja Hose.

In ihrer neuen Aufgabe wird sie sich nun vor allem mit feministischer und geschlechterbewusster Theologie befassen. „Dabei geht es nicht allein um Frauen, sondern um ein Bewusstsein für alle Geschlechter“. Dabei unterstützt geschlechterbewusste Theologie zum Beispiel die Arbeit von Männern als Erzieher in Kitas.

„Eine gerechte Verteilung von Arbeit, Aufgaben und Potentialen unter den Geschlechtern ist ein zentrales Thema“, so Katja Hose. Aktiv hat sie nicht nach einer neuen Aufgabe gesucht, aber durch Gespräche habe es sich ergeben – „und schließlich hat es mit meiner Bewerbung geklappt“. Dass Veränderung nicht immer einfach ist, weiß Katja Hose natürlich. Aber aus der Erfahrung heraus, insbesondere in Marne, weiß sie zugleich: „Es gibt die Chance auf neue Wurzeln. Und weil ich mir die neue Aufgabe auch zutraue, habe ich zu mir selbst gesagt: Sei mutig! Mach das!“