Heide – Ein Kommen und Gehen ist das Leben, es ist wie Ebbe und Flut, die den Dithmarschern so vertrauten Gezeiten. Geboren werden und Sterben, beides zusammen betrachten zu müssen ist dennoch unerträglich schwer. Wer ein Kind hergeben musste, weiß, dass diese Erfahrung die Gezeiten des Lebens aus dem Takt bringt. Ein Gedenkgottesdienst am 13. Dezember in der Auferstehungskirche will helfen, die Flut von Gefühlen zu bewältigen. Es ist der „Worldwide Candle Lighting Day“, der Gedenktag der verstorbenen Kinder.

Die Grundidee ist, dass jeder, der ein Kind betrauert, eine Kerze anzünden und abends ins Fenster stellen kann. Das soll rund um den Globus geschehen, so dass sich nach und nach ein symbolisches Lichterband um die Welt legt. In Heide beginnt dieses Erinnern um 17 Uhr in der Auferstehungskirche.
Es sei ein schweres Jahr für viele gewesen, sagt Pastorin Astrid Buchin. Tragische Unfälle, Todgeburten und kleine Kinderintensivpatienten, die es nicht schafften – auch sie als Pastorin hat das alles nicht unberührt gelassen. Ein Team von Ehrenamtlichen bereitet den Gottesdienst gemeinsam mit ihr und Diakonin Annegret Steinmeyer vor. Clara und Rasmus Buchin sorgen mit Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich für den musikalischen Rahmen. Im Mittelpunkt steht das Gedenken. Wie in jedem Jahr gibt es die Möglichkeit, im Gottesdienst die Namen der Kinder zu nennen und für sie ein Licht zu entzünden. Eingeladen sind alle, die ein Kind verloren haben und es nicht vergessen wollen – sei es früh im Mutterleib, bald nach der Geburt oder später durch Unfall oder Krankheit. Aber es dürfen auch gerne diejenigen kommen, die vom frühen Tod eines Menschenkindes betroffen sind: Freunde und Nachbarn, Großeltern und Verwandte, Helfer und Ärzte. Anschließend werden die Lichter zum Südfriedhof ans Frühchengrab gebracht.

Ebbe und Flut, Wasser und Tränen, Kommen und Gehen – diese Bilder haben das Team bei der Vorbereitung beschäftigt. „Es tut gut zu wissen, dass Gottes Hände uns halten, wenn unsere Hände loslassen müssen“, sagt die Seelsorgerin. Der Gottesdienst beginnt am 3. Advent (13. Dezember) um 17 Uhr in der Auferstehungskirche. Vom Lidl-Parkplatz führt ein Fußweg direkt dorthin. Auch am Südfriedhof sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden.