Meldorf – Durch die Gründung des Friedhofswerkes kommt es zu einem Wechsel an der Spitze der Dithmarscher Kirchenkreis-Verwaltung: Der bisherige Verwaltungsleiter im Rentamt (Meldorf), Rolf Eis, leitet das Friedhofswerk bereits geschäftsführend –  am 1. Mai wird sein Wechsel komplett vollzogen. Der 58-Jährige hatte den Aufbau des Werkes in den vergangenen Jahren maßgeblich begleitet und wird nun die gravierenden Strukturprozesse gestalten, damit Friedhöfe unter neuen betriebswirtschaftlichen Bedingungen geführt werden können. Für Eis kommt Christopher Stein, 31-jähriger Verwaltungsbetriebswirt und bislang Kämmerer der Stadt Brunsbüttel, ins Rentamt des Kirchenkreises. Er wird ab Mai die Leitung der Verwaltung mit ihren 48 Mitarbeitenden übernehmen.

Eis hat das Verwaltungshandwerk von der Pike auf gelernt – erst im früheren Amt Kirchspielslandgemeinde Weddingstedt, dann im Heider Rathaus in verschiedenen Fachbereichen. 1992 wechselte er zum damaligen Kirchenkreis Süderdithmarschen – zunächst als Abteilungsleiter Finanzen, seit dem Jahr 2000 war er Verwaltungsleiter im Rentamt Heide, ab 2006 im Rentamt Dithmarschen (Meldorf). Der Gudendorfer sorgte für die Konsolidierung der Finanzen der Kirchenkreise und seiner Gemeinden, baute die Haushaltsführung der Kindertagesstättenarbeit sowie der ambulanten und stationären Pflegebereiche auf. Im Jahr 2007 übernahm Eis die Gesamtverwaltungsleitung für die beiden damaligen Kirchenkreise Norder- und Süderdithmarschen und bereitete den Zusammenschluss (2009) zum neuen Kirchenkreis Dithmarschen und seiner Verwaltungen vor. Als Wahlleiter organisierte er zahlreiche Kirchenwahlen in Dithmarschen. Auf der landeskirchlichen Ebene engagierte sich Eis insbesondere 16 Jahre lang im Vorstand des Verbandes der evangelischen Kindertagesstätten.

„Die Arbeit als Verwaltungsleiter war sehr interessant, gewinnbringend und erfüllend“, sagt Eis. Mit der Geschäftsführung des Friedhofswerkes, dessen Aufbau er seit vielen Jahren vorbereitet und gestaltet hat, erwartet ihn nun eine neue, große Aufgabe. Insbesondere eine veränderte Bestattungskultur stellt die Träger der insgesamt 34 kirchlichen Friedhöfe in Dithmarschen vor erhebliche Herausforderungen. „Friedhöfe müssen unter neuen betriebswirtschaftlichen Bedingungen geführt werden. Dies geht mit einschneidenden Strukturveränderungen einher. Dafür braucht es Unterstützung der Kirche und der Kommunen.“ Ziel müsse es sein, „diese wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge und Teil unserer Kulturlandschaft für die Menschen in unserer Region zu erhalten.“ Das neue Friedhofswerk des Kirchenkreises hat am 1. Januar seine Arbeit aufgenommen. Erste Gemeinden, darunter Heide, haben ihre Friedhöfe auf das Werk übertragen, weitere sollen folgen.

Sein Nachfolger im Rentamt, Christopher Stein, ist gebürtiger Brunsbütteler, in Barlt und Windbergen aufgewachsen und hat nach seinem Abitur in Meldorf Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide sowie Öffentliches Management an der Universität Kassel studiert. Stein ist ein kirchliches Eigengewächs – seine ersten beruflichen Schritte machte er ab 2010 in der Abteilung Personal des Kirchenkreises Hamburg-Ost, 2011 bis 2017 als Leiter des Fachbereiches Friedhöfe im Rentamt Meldorf. Seit Februar vergangenen Jahres war Christopher Stein als Leiter der Stabsstelle Finanzen der Stadt Brunsbüttel tätig. Der 31-Jährige ist verheiratet und lebt mit Frau und Sohn in Barlt. „Die Entscheidung Brunsbüttel nach einem Jahr wieder zu verlassen, ist mir nicht leichtgefallen. Der Stadtkämmerer hat hier tolle Mitarbeiter und ein sehr interessantes Aufgabengebiet. Da mich das kirchliche Leben von Kindesbeinen an begleitet hat, ist es für mich jedoch eine Herzensangelegenheit, die Zukunft der Kirche in Dithmarschen durch dieses Amt nun ganz aktiv mitzugestalten.“

Dr. Andreas Crystall, Propst des Kirchenkreises Dithmarschen, sieht den Wechsel als wichtige Weichenstellung: „Nach der sorgfältigen Vorbereitung und Gründung des Friedhofswerkes fängt die Arbeit ja jetzt erst an. Dass Rolf Eis mit seinem großen Erfahrungswissen der Chef der Pionierphase wird, ist ein Glücksfall für den Kirchenkreis. Er ist der Architekt dieses zukunftweisenden Werkes; seine große Gestaltungskraft und seine Kenntnisse von Land und Leuten werden den Start gelingen lassen. Ebenso glücklich sind wir, mit Christopher Stein eine im Kirchenkreis schon gut bekannte Verwaltungspersönlichkeit zurückgewinnen zu können. Für die Kirchenkreis-Verwaltung sichern wir so den nötigen Wissenstransfer, viel Kontinuität und auch die Kraft mancher Innovationen.“