Weiter auf dem Weg der Fusion

Meldorf ( ) Für Propst Dr. Andreas Crystall war es die erste Synode als leitender geistlicher Dienstherr des Kirchenkreises Dithmarschen. Doch wer vielleicht erwartet hatte, dass dies groß gefeiert werde oder der 44-Jährige die Sache langsam angehen lassen könnte, der hatte sich getäuscht. Zuviele drängende Probleme standen auf der Tagesordnung der 81 Synodalen im Gemeindezentrum Meldorf: Stellenstopp im Jugendwerk, Pflichtvakanz bei Pfarrstellen und vor allem die Kürzung der Kindertagesstättenzuschüsse. Denn die Finanzkrise macht auch vor der Kirche nicht halt. „Die finanzielle Lage des Kirchenkreises ist brenzlig“ mahnt der frischgebackene Propst. Es müssten weitreichende zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden und dies möglichst bald. Als hätte er die Brisanz der Tagung geahnt, erinnerte der Bischofsbevollmächtigte im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, in seinem Grußwort an einen Ausspruch Luthers: „Lasset die Geister aufeinanderprallen, aber die Fäuste haltet stille.“

In seinem anschließenden Rückblick auf die Arbeit des Kirchenkreisvorstands (KKV) verteidigte Peter Fenten, bis zum Dienstantritt Crystalls kommissarischer Vorsitzender, die Entscheidungen des Gremiums zur Bewältigung der Finanzkrise. Weitere Themen, die die KKV-Mitglieder beschäftigten, waren das Projekt „Friedhöfe der Zukunft“, Trägerstrukturen der Kindertagesstätten, die Entwidmung der Kapelle Neufeld bei Marne und das Thema Regionalisierung. In diesem Zusammenhang freue er sich sehr auf die inhaltliche Arbeit beim sogenannten „Lernprozess Mehr Himmel auf Erden“, der nun von der Nordelbischen Synode in die Kirchenkreise und Gemeinden getragen werden soll. Fentens abschließende Meinung: „Wir sind auf dem Weg zur inneren Fusion ein großes Stück weitergekommen.“

Die Kürzung der KiTa-Zuschüsse begleite auch ihn seit seinem Amtsantritt, berichtete Andreas Crystall von seinen ersten 25 Tagen als Propst. Auf erfreuliches Verständnis sei er dabei in seinen Gesprächen mit den Bürgermeistern in Heide und Büsum gestoßen. Die Berichterstattung in der Presse, insbesondere manche Leserbriefe, hätten ihn jedoch erschreckt.

Doch es gab auch Positives zu berichten. Durch Sondermittel der nordelbischen Kirche wäre es gelungen eine zusätzliche halbe Projektstelle für Peter Fenten für Kirchenkreis-Angelegenheiten zu schaffen. Darüber hinaus bringe die aktuelle Steuerschätzung etwas Entlastung. Dennoch bleibe die Lage ernst: „Der Kirchenkreis lebt nach wie vor von der Substanz, greift also seine Ersparnisse an. Wenn er die Gemeinden finanziell wie bisher ausstattet, was unbedingt sein muss und gewollt ist, sind wir nicht in drei Jahren pleite, sondern erst in fünf.“
Text und Bilder: Andreas Guballa und Birger Bahlo

Zu den Themen Kindertagesstätten und Jugendarbeit