Helgoland – Fischbrötchenproduktion und -verkauf im Akkord: Gerade einmal anderthalb Stunden dauerte es, da hatte Bischof Gothart Magaard (Schleswig) auf Helgoland 250 Matjes- und Bismarck-Brötchen über den Tresen des Verkaufswagens gereicht. Magaard war heute (8. August) auf der Hochseeinsel, um einen Wetteinsatz einzulösen.

Im vergangenen Jahr hatte der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein mit Helgolands Bürgermeister Jörg Singer gewettet, dass zum Besuch des Nordkirchenschiffs keine 50 Insulaner in ihren traditionellen Farben grün, rot und weiß gekleidet das Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ singen würden. Weit gefehlt: Singer und die Kirchengemeinde Helgoland mobilisierten fast 100 Sängerinnen und Sänger.

Heute nun wurde die Wette eingelöst: Nach einer Andacht der Inselpastorin Pamela Hansen verkaufte der Bischof im Rekordtempo in der Hauptstraße „Lung Wai“ 250 Fischbrötchen an Einheimische und Urlauber. Der Erlös aus dem Verkauf der Fischbrötchen geht an den Verein „Helgoländer Kinder sind unsere Zukunft“, der derzeit unter anderem für einen Zirkuswagen sammelt.

Eine Aktion, die für Begeisterung sorgte: Der Gastronom Angelo Bras kündigte spontan an, die Gesamteinnahmen auf 1000 Euro aufzustocken. Und Bürgermeister Singer wird seinen eigenen Einsatz einlösen, obwohl er die Wette gewonnen hatte. In der Adventszeit wird er mit einer Insel-Delegation nach Schleswig reisen, um dort auf dem „Schwahlmarkt“ Helgoländer Gebäckspezialitäten unter die Leute zu bringen. Singer: „So macht Wetten Spaß! Ein sehr sympathischer und versierter Bischof Magaard“ habe „weltmeisterlich in Rekordzeit Fischbrötchen verkauft“. Und Singer denkt bereits an die nächste Wette: „Das macht Lust auf eine mögliche Wette, wer alles mitkommt, um in der Weihnachtszeit in Schleswig Helgoländer Wintergebäck für einen guten Zweck zu verkaufen.“

Im Anschluss an die Verkaufsaktion besuchte Bischof Magaard gemeinsam mit Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall die St. Nicolai-Kirche und nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch mit dem Kirchengemeinderat – ohne Fischbrötchen, dafür bei Kaffee und Kuchen.