Dithmarscher Friedhofswerk

Das Dithmarscher Friedhofswerk wurde 2018 gegründet, Sitz der Hauptfriedhofsverwaltung ist Heide und Geschäftsführer Rolf Eis. Derzeit betreut das Werk die beiden Heider Friedhöfe (St. Johannes und Zütphen) sowie die Friedhöfe in Hemme, Neuenkirchen und Lohe Rickelshof, auf Helgoland, außerdem den Waldfriedhof Hohenhain der Kirchengemeinde Nordhastedt und die beiden Friedhöfe der Kirchengemeinde Burg.

Kontakt:

Evangelisch-Lutherisches Friedhofswerk des Kirchenkreises Dithmarschen
Hauptfriedhofsverwaltung
Lobeskampweg 4
25746 Heide
Tel. 04 81 / 64 09 06 50
Fax 04 81 / 64 09 06 99
Mail friedhofswerk@kirche-dithmarschen.de
www.dithmarscher-friedhofswerk.de
 


Friedhöfe als Spiegelbild unserer Gesellschaft

„Wir Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen einander, wir brauchen Weggefährten, wir brauchen Fixpunkte – und dies auch über den Tod hinaus“, sagt Dithmarschens stellvertretende Pröpstin Astrid Buchin. „Deswegen ist es gut für uns, wenn es Orte gibt, die uns jederzeit die Erinnerung ermöglichen an Menschen, die uns im Leben wichtig waren – Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen.“ In Dithmarschen sind dies insbesondere die Friedhöfe, die, so berichtet Astrid Buchin, „auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sind“. Meint: So, wie sich unsere Gesellschaft verändert, verändert sich auch die Bestattungskultur, verändern sich die Ausrichtung der Friedhöfe und ihre Angebote.

„Wir erleben auf allen Friedhöfen in Dithmarschen – wie auch bundesweit – eine rückläufige Tendenz. Viele Menschen scheuen im Gegensatz zu früher eine klassische Erdbestattung, etwa weil sie ihren Kindern keine Mühen für die Grabpflege in den kommenden 20 Jahre auferlegen wollen“, so Astrid Buchin. Auf der anderen Seite bestehe unverändert der Wunsch, bewusst Abschied zu nehmen; auch wünschten viele Hinterbliebene einen Fixpunkt, einen Anlaufpunkt. Dem begegne die Kirche in Dithmarschen mit zahlreichen Ideen und Möglichkeiten. Viele ihrer Friedhöfe bieten neue und individuelle Möglichkeiten der Beisetzung an. Als Beispiele seien Gemeinschaftsfelder, Stelenfelder, anonyme Gräber, Baumfelder, kleine Gruppenfelder, ein Heide- oder ein Staudengarten, künstlerisch gestaltete Gräber oder Urnenfelder in Ergänzung zum klassischen Einzel- oder Familiengrab genannt. Auf dem Heider Südfriedhof gibt es zum Beispiel auch ein muslimisches Grabfeld oder eines für fehl- oder totgeborene Babys, ebenso einen Garten der Erinnerung. „Dieser bietet unabhängig vom eigentlichen Grab eine Möglichkeit der Erinnerung, gerade auch nach der Auflösung von Gräbern, nach einer Seebestattung oder wenn es gar keinen Bestattungsort gibt oder dieser einfach von den Angehörigen zu weit entfernt liegt“, erzählt Astrid Buchin.

Viele Menschen schätzen Friedhöfe auch als Orte der zufälligen Begegnung oder der Stille – Weitläufigkeit, Natur, Flora und Fauna, zum Teil eine parkähnliche und liebevolle Gestaltung lohnen so manchen Spaziergang. „Wir sind nicht Ohlsdorf, der ja wirklich dafür berühmt ist, aber auch unsere Friedhöfe in Dithmarschen haben viel mehr zu bieten als das, was sie per Definition im Amtsdeutsch zunächst sind – eine öffentliche Grünfläche.“

So wundert es auch nicht, dass bei zunehmender Individualität das gerade mit dem Lineal gezogene Grab weniger nachgefragt wird, die Menschen sich stattdessen immer häufiger für eine natürliche Gestaltung entscheiden. Abzulesen ist daran auch, so Astrid Buchin: „Wege von Familien verändern sich, Kinder ziehen aus Dithmarschen weg, es gibt das Patchwork-Modell und vieles mehr – all das macht sich auch bei uns auf den Friedhöfen bemerkbar und wird von uns in der Ausrichtung auf die Zukunft berücksichtigt.“ Zu all diesen Fragen informiert das Dithmarscher Friedhofswerk gern.

 


Der Tod ist Grenze des Lebens, aber nicht der Liebe. (Anonym)

Wir alle wissen, dass der Tod zum Leben gehört, und doch ist es schmerzlich, wenn ich Abschied nehmen muss von einem geliebten Menschen. Wenn das allgemeine Wissen in mein Denken und Fühlen einbricht. Es gibt Stadien der Trauer, die durchschritten werden müssen – die aber selten geordnet eins nach dem anderen abgearbeitet werden können. Wut und Nicht wahr haben wollen über den Tod des geliebten Menschen, dann die Verzweiflung über die eigene Ohnmacht und schließlich das Annehmen des Verlusts – all das gehört zum Abschied nehmen. Und nach einer Zeit der Trauer dann das Integrieren der Trauer in das eigene Lebensgeflecht, wie auch der Verstorbene Teil des eigenen Lebens bleibt, auch über den Tod hinaus. Denn auch das ist wahr: die Liebe muss nicht erlöschen nach dem Tod. Viele Menschen wissen sich getröstet mit dem Glauben, dass es eine Verbindung gibt, die über die Grenzen unseres Lebens hinausreichen. Die christlichen Kirchen vertrauen darauf, dass kein Leben verloren geht, dass wir alle geborgen sind in Gottes Hand, ob wir nun leben oder sterben.

Es ist schwer jemand Geliebtes loszulassen – gerade dann tut es gut, wenn Familie und Freunde zusammenrücken. Schon beim Abschied des Sterbenden und mehr noch beim endgültigen Abschied bei der Trauerfeier. Wenn der oder die Angehörige nicht nur Teil meiner Familie war, sondern auch Nachbar*in und vielleicht Mitglied in einem Verein oder Chor oder ähnlichem. Es tröstet gemeinsam Trauer zu tragen, zu teilen und sich zu erinnern.

Die Liebe kann Grenzen überwinden – unsere Liebe zu unseren Verstorbenen verlischt nicht mit deren Abschied. Gottes Liebe aber überwindet die Grenzen, die wir nicht zu überschreiten vermögen.

Es bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Korinther 13,13)